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Ticket-Run

Es lief mir ein kalter Schauer über den Rücken, als ich lesen musste, dass Depeche Mode am 24.3.2013 ihr neues Album im Wiener Museumsquartier vorstellen werden. Zu diesem Zeitpunkt war mir eigentlich schon klar! „Vergiss es – do kriegst nie im Leben a Koartn!“ Es war auch so! Ich habe aber trotzdem so ziemlich alles versucht, um an Karten zu kommen. Ja, sogar Gewinnspiele wurden dabei nicht ausgelassen.

Ü30 – geben sie mir einen Sitzplatz

Nach ein paar Tagen stellte sich heraus, dass Dave, Martin & Co. Anfang 2014 Gott sei Dank noch einmal den Weg nach Wien finden werden. Die Karten wurden sofort organisiert (Danke Sylvia) und nach einer gefühlten Ewigkeit war es dann am 8. 02. 2014 endlich soweit. Ich muss an dieser Stelle anmerken, dass dieses Konzert mein erstes Konzert mit Sitzplatzkarte war. Voreingenommen von der Lage des Sitzplatzes, musste ich dann jedoch feststellen, dass es genial war, denn ich habe noch nie so viel vom Treiben auf der Bühne mitbekommen. Klar, es lag früher sicher auch am exzessiveren Alkoholkonsum, aber ich hatte immer das Glück, dass sich genau vor mir ein Hüne platzierte und eine Sicht unmöglich war. Nichts desto trotz – der Platz war genial und ich habe es nicht bereut, auch wenn böse Zungen sagen, dass ich alt werde.

Adrenalinspiegel

Nach der Anreise und einem gemütlichen Bier im Kringers, ging es im Anschluss vorfreudig in die Stadthalle. Man merkt sofort am Publikum, dass man sich auf einem Konzert einer 80iger-Jahre Band befindet! Normalos, Paradiesvögel, Discotänzer, Alternative, Hippies und Popper gaben sich ein Stelldichein. Ich hatte das Gefühl, dass auch der eine oder andere Mod seine Lambretta vor der Stadthalle parkte. Herrlich, dieser Mix aus allen möglichen Subkulturen – es fühlte sich gut an.

Bewaffnet mit einem weiteren Bierchen, dass sich aufgrund der Temperatur als Hopfenblütentee entpuppte, startete die Vorband „The-Soft-Moon„. Mein erster Eindruck war durchaus positiv, denn sie verbinden 80er Jahre Rhythmen mit Synthezisern und coolen Riffs, aber nach einer Weile wurden sie mir etwas zu psychedelisch.

Bühnenumbau! Ich bin aufgeregt! Was wird mich für ein Auftakt erwarten? Wie starten sie? Die ersten Zuckungen auf der Videowall!!!!!!! Ein Video über das Charityprojekt „Charity:Water“ läuft an und Depeche Mode zeigen ihr Engagement für diesen guten Zweck.

Es geht los

Vom Auftakt war ich ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Nicht, weil mir die Songs „Angel“ oder „Heaven“ aus dem neuen Album „Delta Machine“ zu mystisch sind. Nein, ich habe ihn mir einfach nur viel bombastischer und schwungvoller vorgestellt. Depeche Mode und allen voran die Kreationen von Mister Gore sind bekannt für ihre teils ruhigen und melodischen Songs. Was aber dann in Folge auf diesem Konzert abging, konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen.

Die Band und Mister Dave Gahan schafften es, dass die Stadthalle gebrodelt hat, wie schon lange nicht mehr. Dave drehte seine Pirouetten und wechselte schwitzend nach jedem Song sein Gilet, dass er sich dann ohnehin nach kürzester Zeit wieder vom Leib riss. Man muss ihm lassen, dass er sich für sein Alter bisher gut gehalten hat und sowohl bei Damen als auch queeren Herren ein „roar“ entlockte.  Mal abgesehen von seinen Schuhen – die hatten gaaar keinen Sex!

…shoes…

Wie passend da gleich der Übergang zu „Walking in my Shoes“ ist! Ich hätte keinen Meter in seinen Tretern zurückgelegt, aber die Songs aus der damaligen Zeit waren ein bombastischer Ohrenschmaus. Für Leute die schon das eine oder andere Stadthallenkonzert besucht haben, muss ich jetzt nicht erwähnen, dass es nicht üblich ist tollen Sound genießen zu können. Diesmal war der Sound aber gut und zumindest an unserer Position echt toll. Ruhig war es aber selten, erst recht nicht bei „enjoy the silence“! Dave genoss es auch sichtlich, dass streckenweise das Publikum mehr sang als er mit seiner überaus tollen und perfekt harmonischen Stimme.

Ich hatte einen Spaß wie schon lange nicht mehr und als dann „I just can’t get enough“ erdröhnte, wäre ich vor Freude fast von der Tribune gefallen. Das Publikum hat gebrodelt und als alles vorbei war, ärgerten sich wieder tausende Menschen, dass sie in der Stadthalle nichts mehr zu trinken bekamen.

Hier ein paar Eindrücke von diesem unvergesslichen Abend:


Und Leute: I JUST CAN’T GET ENOUGH!!!!!!