März 1934, irgendwo im noch jungen Burgenland. Ein kleines Mädchen erblickt das Licht der Welt. Man muss kein Ass in Geschichte sein, um sich vorstellen zu können, was der kleinen Maid noch alles zu Augen u. Ohren kommen wird. Das Kind kann nicht lange sein Kindsein genießen, denn es gibt ein Wort in seinem Leben, dass es noch lange begleiten wird.

Arbeit! Bereits im Kindesalter hart anpacken, den Eltern bei der Feldarbeit helfen, früh Verantwortung übernehmen und keine Kindheit im Luxus der heutigen Zeit genießen. Schwere Zeiten und Hunger während der Kriegsjahre und noch viel mehr Arbeit beim Beseitigen der Trümmer des dunklen Regimes. Frauen kämpfen um das Überleben. Um das Eigene als auch das Überleben der vielen Kinder, die ohne ihre gefallene Väter aufwachsen müssen.

Das Mädchen wird erwachsen und gründet eine eigene Familie. Es gibt Arbeit, eine kleine Landwirtschaft als Zusatzeinkommen und das erste Kind ist unterwegs. Eigentlich blüht eine vielversprechende Zukunft im Aufschwung, wäre da nicht das Schicksal, dass einen dunklen Schatten über den kleinen Ort im Burgenland werfen wird. Nach kurzer Ehe verstirbt der geliebte Gemahl und die junge Frau steht gemeinsam mit ihrem 3-jährigen Sohn vor den Trümmern ihres Lebens. Ein halbfertiges Haus, ein kleines Kind, dass man ihr zu allem Überfluss noch wegnehmen will und aufgrund der fehlenden Sozialversicherungsanmeldung auch kein Anspruch auf Witwenrente.

Aufgeben? Resignieren? Wie soll es weitergehen? Die Frau tut was sie tun muss – sie zieht in den Kampf. Sie kämpft und plagt sich mit harter Arbeit durch die Jahre. Sie arbeitet tagsüber in einer Fabrik und abends bewirtschaftet sie ihre Rieden oder arbeitet an ihrem Haus. Schwere Arbeiten, die gerne als Männerarbeiten tituliert werden, bestimmen ihren Tagesablauf. Kinderbetreuung oder eine Tagesmutter gibt es nicht. Entbehrungen, Verzicht und ein sparsames Leben sind ihre täglichen Begleiter.

Es hat sie niemand gefragt, ob sie etwas machen DARF und ob sie etwas erledigen KANN. Sie war Arbeiterin, Wäscherin, Köchin, Bäuerin, Bauarbeiterin, Feldarbeiterin, Wirtschafterin und Mutter in einer Person. Diese starke Frau sitzt nun 80 Jahre später lachend neben mir und feiert ihren runden Geburtstag. Sie blickt zurück auf ein hartes Leben, aber ist stolz auf das was sie erreicht hat.

Und wir alle können stolz sein, dass es viele dieser Frauen da draußen gibt!

Danke