Es freut mich, dass mein erster Katzenbeitrag so gut angekommen ist und ich sehr viel Feedback von euch zurückbekommen habe. Ich war mir der Reichweite gar nicht bewusst, aber eure Rückmeldungen zu den erwähnten kätzischen Eigenheiten bestätigten bzw. bekräftigten noch meine vorgebrachten Theorien. Dennoch möchte ich darauf hinweisen, dass meine Beobachtungen keinerlei wissenschaftliche Bedeutung haben, nur auf subjektive Erfahrungen beruhen und zu keinem Paradigmenwechsel führen werden. So, nun aber zum eigentlichen Thema:

Im folgenden Beitrag möchte ich mich nun der Kommunikation zwischen Mensch und Katze widmen. Also wie kommuniziert eine Katze mit uns? Welche Tücken oder gar Gefahren bestehen bei der Kommunikation und wie kann man folgenschwere Malheurs vermeiden?

Eine Katze kommuniziert sowohl mit Artgenossen als auch mit uns Menschen über ihre Laute, ihre Körpersprache und ihr Verhalten. Laut der Wikipedia verfügt eine Katze über ein breites Sprachrepertoire, welches elf unterschiedliche Laute umfasst. Ich behaupte augenblicklich, dass dabei das Sprachrepertoire von männlichen Katzen, sprich Katern, gemeint sein muss, denn Mopsi als weibliches Geschöpf besitzt ein weitaus breiteres Repertoire. Das simple „Miau“ kann sie in ca. 100 verschiedenen Versionen wiedergeben. Zweitkatze Chini hingegen ist der Traum jedes Mannes, denn sie ist eine stumme Katze bzw. bringt mit Ausnahme wenn sie hungrig ist nur Geräusche in Ultraschallfrequenz aus ihrer Schnauze. Infolgedessen wisst ihr nun schon mal Bescheid, dass in unserer WG sozusagen nur eine das Sagen und das Maul offen hat.

Lautsprache

Die Lautsprache von Katzen wird in Schnattern, Schreien, Knurren, Zischen, Fauchen, Schnurren und die wichtigste Miauen definiert.

Schnattern

Schnattern ist eine harmlose Form des Ausdruckes, denn diese ist nicht direkt an uns Menschen gerichtet. Geschnattert wird grundsätzlich nur, wenn die Katze ein potentiell fangbares Opfer anvisiert. Währenddessen wedelt bzw. peitscht sie heftig mit dem Schwanz und kann ihren Blick nicht mehr vom Opfer abwenden. Irgendwann wird die Katze versuchen ihr Opfer zu fangen bzw. fängt es. Sitzt das Opfer unterdessen zufällig auf einer Blumenvase oder auf dir, dann sind die daraus resultierenden Schäden nur Kollateralschäden. Katzen sind sich auch keiner Schuld bewusst, wenn etwas kaputt geht oder du fast am Verbluten bist. Fällt sie jedoch beim Jagdversuch irgendwo runter, wird sie dich danach ansehen, als wärst du, wirklich NUR DU, schuld daran.

Knurren, Zischen, Fauchen

Eigentlich kann man diese Ausdrucksformen in einer Kategorie zusammenfassen. Legt deine Katze dabei die Ohren an, macht einen Katzenbuckel und sieht dich auch noch an, dann hast du a) ein Problem und b) bei irgendwas ziemlich ins Klo gegriffen. Diese Laute sind Drohgebärden bzw. ein Zeichen von Aggressivität. Deine Katze wird das wahrscheinlich nur machen, wenn sie sich extrem vor dir oder einem anderen Tier fürchtet, du ihr Medikamente geben musst oder ihr eine ArtgenossIn vor die Nase setzt. Sie wird überhaupt jeden Neuzugang hassen, selbst wenn es ein Geschwisterchen ist und diese nur kurz getrennt waren.

Schnurren

Katzen schnurren wenn sie sich wohl fühlen oder sich beruhigen möchten. Sie begeben sich dabei in eine Art Trancezustand und fordern von dir Streicheleinheiten. Sie fordern diese JETZT und SOFORT und dulden keine Vertröstungen auf später. Genauso gilt, dass du die Katze auch nur streicheln darfst, wenn sie es in diesem Moment für richtig empfindet. Will sie das nicht, merkst du das relativ schnell. Siehe: Knurren, Zischen, Fauchen. Sie werden ebenfalls mit ihren Pfoten treteln, um sich folglich ein schönes, lauschiges und kuscheliges Nestchen zu bauen. Sie machen dies vorwiegend auf Decken, aber schrecken auch nicht davor zurück es auf dir zu machen. Klar, es ist ihnen egal, wenn sie dir währenddessen mit ihren ein- und ausfahrenden Krallen Fleischwunden zufügen. Manche Katzen können während dieser Wohlfühlphase nicht ruhig sitzen oder liegen bleiben. Wenn du auf der Couch liegst, wird die Katze auf deinem Bauch herumtrampeln und dir mit Vorliebe mit hochgestelltem Schwanz schnurrend ihren Anus vor die Nase halten. Katzenbesitzer, Ihr kennt das sicher.

Miau

Beim Miau trennt sich die Spreu vom Weizen, denn nicht jede Katze spricht viel. In dieser Kategorie ist Mopsi ein Vollprofi. Sie quakt ständig mit mir und gibt auch Antwort, wenn ich sie anspreche. Ihr Repertoire ist schier grenzenlos, deshalb werde ich an dieser Stelle auch nur die wichtigsten Formen, die mir stetig das Leben retten, anführen.

  • Mau (kurz): Hallo hier bin ich und du wirst mich jetzt gefälligst beachten
  • Mau Mau (kurz): Hallo ich bin immer noch hier und bestehe darauf, dass du mich sofort beachtest. Mir ist egal, dass du auf der Leiter stehst.
  • Mauuuuuuu (langes u): Danke, dass du auf mich gehört hast. Ich werde dafür sorgen, dass du nicht von der Leiter fällst.
  • Miiiau (etwas längeres i): He, du Mensch in der Küche, schmeiß was runter!
  • Miiiiiiiiiauuuuuu (bestimmter): HALLOOOO, ich will auch was fressen!
  • Miiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiaaaaaaaaaauuuuuuuuuuuu (ultra lang gezogen): ich bin die ärmste Katze auf diesem Planeten und muss leiden, hungern und darben.
  • Me Me (ganz kurz): Danke für den Schinken. Im Normalfall wird sich dieser Kreislauf wiederholen, bis alle essbaren Utensilien verstaut sind oder halt die Katze alles gefressen hat.
  • Tiefes Maunzen (mit Atemgeräusch): Mahhh, jetzt muss ich mich bewegen und aufs Kistl gehen. Oder, musst du dich jetzt hier auf die Couch setzen und mich stören!
  • Me Me Me Me (ganz kurz hintereinander): Sie ist angefressen, weil sei vom Balkon rein muss, aus dem Bett geschmissen wird oder ähnliches. Dies kann unter Umständen gefährlich für dich werden. Es folgt ein Miiiau (siehe Punkt 4), weil du die Katze ja irgendwie besänftigen musst.

Schreien

Eine Katze schreit nur wenn sie große Schmerzen hat. Diese Ausdrucksform habe ich persönlich noch von keiner Katze gehört und ich hoffe, dass das auch so bleibt. Weder Mopsi noch Chini haben je geschrien.

Sodala, dies war jetzt ein kleiner Einblick in die „interhumanfeline“ Kommunikation. Es gibt noch viele unzählige Laute, aber bei allen Varianten ist wichtig, dass du das Verhalten der Katze beobachtest. Katzen haben gelernt mit uns zu kommunizieren und sie werden dies auch solange tun, bis du sie wirklich verstehst.

Miau