Kurt Donald Cobain – † 5. April 1994

„I hate myself and I want to die“

Als Kurt Cobain 1993 mit seiner Band Nirvana diesen Song aufgenommen und stets dementiert hat, dass er nicht wörtlich zu nehmen sei, hatte es niemand für möglich gehalten, dass er kurz nach der Veröffentlichung 1994 sein Leben beenden wird. Er war bereits zu Lebzeiten eine Legende und machte sich mit einem Browning Auto-5 Flinten-Ticket und dem daraus resultierenden Eintritt zum Club 27 unsterblich.

20 Jahre – Schleich di?

Wie die Zeit vergeht! Ich war früher immer verblüfft, wenn meine Eltern oder Großeltern von solchen Zeitspannen erzählt haben. Kinder oder Jugendliche können mit diesen Zeiträumen so gut wie gar nichts anfangen. Aber zu solchen markanten Ereignissen, wie dem 20. Todestag von Kurt Cobain, wird einem bewusst, dass einem auch ebenso die Zeit davonläuft. Ich weiß trotzdem noch ganz genau, dass mich vor 20 Jahren diese schockierende Nachricht erreicht hat. Nein, keine SMS, keine Whats App Nachricht, kein Facebookbeitrag oder Email – sondern ein völlig unerwarteter Nachrichtenbeitrag auf MTV. Ich weiß es noch ganz genau, denn wir saßen zuhause und haben den Geburtstag von meinem Vater gefeiert. Ich ging in mein mit Nirvana u. Guns n’ Roses Poster „tapeziertes“ Zimmer, schaltete den Fernseher ein und traute meinen Augen u. Ohren nicht. An keinem Tag zuvor war für mich Freude und Trauer so eng miteinander verbunden. Ein Held meiner Jugend ist nicht mehr!

Sprichwörtlich

„Der stirbt in kan Federnbett!“ sagt man in meiner Heimat gerne zu Menschen die einen etwas exzessiveren Lebensstil pflegen. Nach den vielen Drogeneskapaden konnte man annehmen, dass Kurt nicht unbedingt an Altersschwäche sterben wird. Dass er jedoch freiwillig aus dem Leben schied, schockierte zweifellos mehr, als wenn man ihn eines Tages mit einer Überdosis in einem Hotelzimmer gefunden hätte.

Grunge is dead

Es mag sein, dass dies manche anders sehen und mir nicht zustimmen, aber für mich persönlich ist vor 20 Jahren auch der Grunge gestorben. Schritt für Schritt wurden Haare kürzer oder hingen nicht mehr fettig ins Gesicht und viel zu weite Strickpullover und abgefuckte Jeans landeten für immer in den Schränken der Anhänger. Im Herzen blieb man zwar immer dem Grunge treu, aber die damals erschienene Subkultur ging in „Rente“, auch wenn einige Bands noch an den Erfolgen des Grunge anknüpfen konnten.

Apropos Subkultur

Bereits 1993 sagte Kurt Cobain in einem Interview, dass er im Geiste schwul sei und stolz drauf ist. Er freundete sich zu Jugendzeiten mit einem homosexuellen Mitschüler an und wurde dadurch selbst für schwul gehalten. Freigeist Kurt genoss, dass ihn Mitschüler aufgrund dieser Gegebenheit in Ruhe ließen bzw. nichts mit ihm zutun haben wollten. „I am not gay, although I wish I were, just to piss off homophobes.“ (Cobain, Kurt (2002). Journals. Riverhead Hardcover) Er war einer der bedeutendsten Musiker seiner Zeit und Beispiel für alle die in irgendeiner Art u. Weise Opfer von Homophobie wurden.

 Was wäre, wenn er noch unter uns wäre?

Diese Frage möchte ich mir gar nicht stellen, denn ich halte nichts von irgendwelchen Hypothesen. Kurt ist gegenwärtig bereits 20 Jahre nicht mehr unter uns, aber er hat sowohl Subkulturen als auch ganze Generationen fasziniert oder dazu animiert, sich gegen aufgezwungene Lebensweisen zu wehren.

 Come as you are

Quellen:
http://en.wikipedia.org/wiki/File:Nirvana_around_1992.jpg
http://en.wikipedia.org/wiki/Kurt_Cobain