Wie ich einen der stressigsten und schönsten Tage meines Lebens verbracht habe und neue Ziele für mein Leben definierte.

bachelor

Wir schreiben den 26. Juni 2014 und ich werde bereits um 5 Uhr Früh wach. Ein unbehagliches Gefühl holt mich aus dem Schlaf. Heute ist es soweit! Bachelorprüfung an der Fachhochschule Burgenland. Ich überlege bereits um 6 Uhr Früh den Staubsauger zu starten, um mich irgendwie abzulenken. Ich kann keine klaren Gedanken fassen und ich scheitere kläglich beim Versuch den Lernstoff der letzten drei Jahre abzurufen. Ich frage mich, was ich die letzten drei Jahre überhaupt gemacht habe. Es ist ein ungutes Gefühl und selbst mein Ruhepuls ist höher als sonst nach einer Stunde Fitnesscenter.

9 Uhr 15 Minuten

Ich schmeiße mich in Schale, während meine liebe Studienkollegin bereits vor die Prüfungskommission tritt. Ich muss lachen, weil mir bewusst wird, dass ich in der letzten Woche, wahrscheinlich ausgelöst durch Unruhe, fünf Paar Schuhe gekauft habe. Dieser Umstand trägt jedoch nur unbefriedigend zu meiner Beruhigung bei. Was zum Henker mache ich bis 14:15 Uhr? Ich komme ja erst am Nachmittag dran! Ich werde zuhause sicher wahnsinnig! Ich entscheide mich in die FH zu fahren und dort zu warten. Die Gegenwart anderer Prüflinge wird mich hoffentlich beruhigen, obwohl die Gefahr besteht noch nervöser zu werden.

10 Uhr

Ich verlasse im feinsten Zwirn das Haus und komme mir irgendwie verkleidet vor. Mein Handy empfängt alle paar Sekunden Facebooknachrichten, weil eine Kollegin als Zuhörerin live aus einer Prüfung berichtet. Am FH Parkplatz angekommen, atme ich prompt entspannt durch! Meine liebe Studienkollegin aus der Vollzeitgruppe begrüßt mich mit einem Glas Sekt in der Hand und grinst über das ganze Gesicht. Sie hat es mit gutem Erfolg bestanden! Meine Anspannung schwindet genauso schnell wie sie gekommen ist. Ich treffe später meine KlassenkollegInnen und wir gehen gemeinsam Mittagessen. Irgendwie bin ich der Einzige der Hunger hat. Während A. an einem Toast knabbert und P. nur Kaffee runterbekommt, schmeiße ich mir gebackene Putenstreifen und gebackenes Gemüse in den Magen. Ich bin die Ruhe selbst!

13 Uhr 30 Minuten

P. betritt den Prüfungsraum! Panik! Ich habe das Gefühl, dass ich nervöser bin als er. Ich kann nicht mehr ruhig sitzen und renne die Aula auf und ab. Der Nächste bin dann ja schon ich. P. kommt aus dem Prüfungsraum und die Kommission berät sich. Ich werde plötzlich wieder die Ruhe selbst und jede Art von Nervosität ist wie weggefegt.

14 Uhr 15 Minuten

Ich betrete den Prüfungsraum, stöpsel mein MacBook an den Beamer und möchte direkt loslegen. Die Kommission stoppt mich und fragt mich, ob ich mich gesundheitlich in der Lage fühle die Prüfung abzulegen. Ich bestätige und verweise auf den Defibrillator der im Eingangsbereich der FH an der Wand hängt. Die Kommission lacht. Ich verspüre keine Nervosität und bin cold as ice. In den nächsten 15 Minuten soll ich nun meine zwei Bachelorarbeiten präsentieren. Ich benötige genau 14 Minuten und 53 Sekunden und blicke entspannt zur Kommission. Sie sehen zufrieden aus und starten mit ihren Fragen. Puh, ich kam streckenweise schon heftig ins Schwitzen, aber ich vertraue in solchen Situationen völlig auf mein Mundwerk, auch Strommersche Papperlatur genannt. Sie hat mich auch diesmal nicht enttäuscht und ich verlasse komplett entspannt den Prüfungsraum. Nach einer kurzen Beratung der Kommission werde ich wieder in den Raum gebeten und unser Studiengangsleiter gratuliert mir zum guten Erfolg. Ich grinse über das ganze Gesicht und verabschiede mich dankend von der Kommission.

Entspannung

Ein Gefühl der völligen Leere übermannt mich und ich werde so müde, als hätte ich seit dem Kindergarten nicht mehr geschlafen. Es fühlt sich sehr gut an, aber irgendwie ist es dennoch unwirklich. Was war das jetzt heute wirklich? Der Abschluss? Ärgstens! Ich muss mich besinnen, um verstehen zu können, was ich da heute und die letzten drei Jahre geleistet habe. Meine Idee aus Jux und Tollerei ein Studium, frei nach dem Motto: „probierst es halt, damit du net mit 50 bereust es damals net gemacht zu haben“, zu absolvieren, hat mich zu einem akademischen Abschluss gebracht. Ich bin in diesem Moment sehr stolz auf mich selbst und werde aber auch ein wenig melancholisch. Eine tolle Etappe meines Lebens endet an diesem Tag. Im selben Moment plane ich jedoch  meine weitere Zukunft. Wir brauchen Ziele im Leben, genauso wie eine Anforderungsanalyse oder ein Projekt Ziele benötigt.

Einmal FH Burgenland, immer FH Burgenland

FH Burgenland bringt besonderes zusammen! Dieser Slogan steht ferner für die vielen Studierenden, ohne die die FH nicht besonderes zusammen bringen könnte! Wir Studierenden sind ein wichtiges Zahnrad im Bildungsmotor der Fachhochschule Burgenland und ich bin stolz darauf ein Teil davon zu bleiben. Neues Ziel: Master 2016 – ich komme!

Dankeschön

Ich möchte mich an dieser Stelle nun bei allen bedanken, die mich während meiner nebenberuflichen Ausbildungszeit unterstützt und motiviert haben. Es war ein langer und steiniger Weg und es bedeutet mir sehr viel, dass ich dieses Ereignis nun mit all meinen Lieben teilen kann.

Danke <3