Ich sag es euch, heute war wieder einer dieser Tage, an denen man merkt, warum man sich auf Japan freut. Ich hatte die schlimmsten Erfahrungen mit der ÖBB! Streckensperre, Verspätungen, Wechsel der Wagons, Gleiswechsel ohne Ansage, nervig laute Mitmenschen und am Ende einen Strafzettel wegen falschem Parken beim Park&Ride. Nach drei Stunden im Zugchaos stand für mich endgültig fest:
Ich brauche japanische Pünktlichkeit, Ordnung und Zuverlässigkeit.
Ich will auf Bahnsteige, wo der Zug sekundengenau einfährt, die Türen sich exakt dort öffnen, wo die Markierungen sind, und man aussteigen kann, ohne jemanden umzurennen.
Kurz gesagt: Ich will Shinkansen statt Schienen-Shitshow.
Es ist soweit, in fünf Tagen geht es los, unser zweiter Trip ins Land der aufgehenden Sonne! Ich wiederhole: FÜNF TAGE!
Mein Gehirn fährt bereits Shinkansen-Tempo, mein Herz schlägt im Bento-Takt und mein Koffer… na ja, mein Koffer ist kein Koffer.
Denn: Wir reisen diesmal tatsächlich mit „Mini-Rucksäcken„.
Kein Scherz. Meine Freundinnen haben mich beim letzten Treffen angeschaut, als hätte ich gesagt, ich würde mit Handgepäck auf den Mount Everest wandern. „Was, das muss alles rein, was du mitnimmst?!“ Ja. 75 Liter + 10 Liter zum an- bzw. abzippen. Japan ist organisiert und waschmaschinenfreundlich .

Route Reloaded
Die Route steht. Der erste Teil bleibt wie im letzten Blogpost gepostet: Osaka, Takamatsu, Shodoshima, Naoshima – kurz gesagt Streetfood, Kunst und das volle Japan-Feeling. Dann geht es mit dem Shinkansen nach Fukuoka, wo wir uns dem Ramen-Koma ergeben werden.
Wir haben den Plan allerdings ein bisschen angepasst, weil wir dachten, „Ach, das geht ohne Auto erst Mal sicher einfacher!“ (Haha. Classic wir.) Nach dem Aufenthalt in Fukuoka fahren wir deshalb mit dem Zug nach Nagasaki, schauen uns alles in Ruhe an, und dann – Überraschung – geht es wieder zurück nach Fukuoka. Warum? Weil wir dort am Flughafen unser Mietauto abholen. Denn in Kyushu wartet der große Roadtrip!
Linksverkehr
Ich sag es ganz ehrlich: Ich habe Respekt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es bei Fritz (er wird ja mein Beifahrer) die pure Angst sein wird. haha
Ich sehe uns schon! Ich schwitze am Steuer, Fritz klammert sich an den Türgriff wie an einen Rettungsring und das Navi ruft in freundlichem Englisch Dinge, die ich im Stress genauso wenig verstehe, als wäre es in Japanisch. „Wenn möglich bitte wenden“ klingt in meinem Kopf schon jetzt wie eine Drohung.
Aber Hallo, wir schaffen das. Japanische Autofahrer sind höflich, ruhig und geduldig. Wenn ich also den Blinker mit dem Scheibenwischer verwechsle (was sicher passieren wird), wird mir hoffentlich einfach nur freundlich zugewinkt.

Der Rest bleibt wie ein gutes Bento: abwechslungsreich und perfekt abgestimmt
Nach unserem Roadtrip über Beppu, Yufuin, Kumamoto und die Vulkanlandschaften rund um den Mount Aso geben wir das Auto in Fukuoka wieder ab, mit hoffentlich noch allen Seitenspiegeln.
Dann geht es mit dem Shinkansen weiter nach Kagoshima, wo uns die 26-stündige Fährfahrt nach Okinawa erwartet.
Ja, sechsundzwanzig Stunden.
Ich bin vorbereitet – mit Medikamenten gegen Seekrankheit, Snacks, Podcasts und einem Notfallplan namens „Kabine mit eigenem Klo“.
In Okinawa werden wir dann in die totale Entspannung übergehen: Sonne, Meer, Shisa-Statuen und null Verpflichtungen.
Und zum Abschluss noch ein paar Tage in Tokyo, um den Koffer (also den Mini-Rucksack) wieder aufzufüllen – mit Matcha-KitKats, Glücksbringern, Pokemon Mitbringsel und wie immer zu vielen Fotos. Fritz wird mich 1000%ig wieder mit der Anzahl der Fotos übertreffen.
Fazit: Noch fünf Tage!
Die Vorfreude ist offiziell nicht mehr zu stoppen. Alle Hotels sind gebucht, die Powerbanks geladen und Fritz übt schon den Autofahrersong: „links abbiegen“.
Japan, wir kommen wieder – Ich zähle die Tage, die Nudeln und die nervösen Lachanfälle.

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