Heute haben wir uns richtig ausgeschlafen! Kein Wecker, kein Sonnenaufgangsprogramm, kein „Schnell, das Licht ist perfekt!“. In Kumamoto liegt das Meer ja nicht gerade ums Eck, also war unser morgendlicher Ehrgeiz heute auf absolut Null heruntergedimmt.
Und ich muss sagen: Es war wunderschön.
Ich bin zwar mit einer leichten „Hallo, ich heiße Verspannung“-Stimmung im Kopf-Nacken-Schulter-Bereich aufgewacht. Vermutlich die Rechnung für die zarte Zugluft, die uns die Hotel-Lüftung gestern Nacht reingepfeffert hat. Ah ja. Kaum geht es biologisch in Richtung 50, fügt dir plötzlich LUFT Schaden zu. LOL Die ultimative Demütigung! Früher habe ich vorm Ventilator geschlafen und ich hab es nicht mal gemerkt. Heute: „Oh nein, es zieht! Ich lös mich gleich auf!“ Hahahaha.
Aber wir wären nicht wir, wenn wir nicht eine kreative Lösung gefunden hätten. Wir haben einfach zusammen mit einer supernetten Hotelmitarbeiterin den Lüftungsschlitz zugeklebt. Professionell natürlich! Und dann, als finale Schutzschicht, unsere ganze Kumamon-Plüschtiersammlung davor gestapelt. Also wirklich: Wenn das nicht hilft, dann hilft nix. Ich glaub, der Bär schaut uns mittlerweile an wie: „Äh… ich wollt eigentlich nur süß sein, warum bin ich jetzt Team Dämmmaterial?“ ABER es hat geholfen!

Zur Sicherheit habe ich mir heute auch noch eine 15 minütige Kopf-Nacken-Massage gegönnt. Eine pure Wohltat und jetzt am Abend kleben ein paar Wärmepflaster so professionell auf mir, als hätte ich grad einen Sponsoring-Vertrag mit Tiger Balm unterschrieben. Ich bin ziemlich sicher, dass morgen der Spuk vorbei ist. Falls nicht, haben wir vorgesorgt und für morgen eine 60-Minuten Massage gebucht. 🙂
Eigentlich war ja für heute „schirches Wetter“ angesagt. Wolken, vielleicht ein kleines Drama am Himmel. Und was haben wir bekommen? Spätherbst-Sommerfeeling! Phasenweise bewölkt, aber warm. Stellenweise sogar ein bissl schwül und die Jacken waren den ganzen Tag eher Deko als Notwendigkeit. Angeblich soll es aber morgen regnen und das passt super, denn wir müssen morgen Wäsche waschen und um 13 Uhr gehen wir zur Massage. Das brauchen wir, nach den Tausenden Schritten jeden Tag.
Burg Kumamoto
Heute beeindruckte uns die Burg Kumamoto. Die Burg ist eine der berühmtesten in ganz Japan, ursprünglich im 17. Jahrhundert gebaut, riesengroß, mit dicken Steinmauern und einer Architektur, bei der man sofort versteht: „Okay, hier hatte jemand keine Lust, sich jemals wieder belagern zu lassen.“ Aber das Spannendste ist wirklich die Restaurierung nach dem schweren Erdbeben 2016. Die Japaner haben unglaublich genau gearbeitet. Riesige Stützkonstruktionen, neue erdbebensichere Techniken, Restaurierung Stein für Stein. Man sieht einerseits wunderschön restaurierte Elemente, andererseits noch immer Stellen, an denen das Erdbeben seine Spuren hinterlassen hat. Eine Burg im Wiederaufbau und trotzdem absolut majestätisch.








Ein Bier vor vier!
Nach der Burg wollten wir uns ein Bierchen gönnen, aber in Japan ist das mit dem „einfach draußen gemütlich nur ein Bier trinken“ echt ein schwieriges Kapitel. Fressen und Saufen in Bars? Jederzeit. Aber irgendwo draußen sitzen, einfach so, entspannt? Nope, das sucht man wie ein Einhorn. ABER: Heute hatten unsere Nasen mal wieder ihren großen Auftritt! Beim Sakura-Machi Kaufhaus fanden wir zufällig einen Dachgarten… MIT BIERSTAND! Es war wie ein kleines „Halleluja“ vom Himmel. 🙂
Suizenji Park
Wir ließen uns mit einem Taxi weiterkutschieren. Der Fahrer sicher um die 80, er roch nach mindestens 100 Marlboro und erinnerte mich an Franz Onkel. Ich glaub, der hat beim Tanken auch geraucht. Aber er hat uns sicher zum Suizenji-Park gebracht und der war ein Traum! Sanfte Hügel, ein Mini-Fuji, Teiche, alte Kiefern, perfekte Gartenkunst. Wir sind fototechnisch komplett eskaliert. Nebenbei musste ich für meinen Lieblings-Koi einschreiten. Er ließ sich sogar streicheln und ich nannte ihn Ferdi, aber er wurde von Schleimi und Goldi gemobbt. haha








Zurück Richtung Innenstadt ging es dann zu Fuß. Wir haben unzählige riesige Kaufhäuser bestaunt, aber rein gingen wir nicht. Gegenwärtig haben wir keinen Platz für neue Dinge. Ich muss mir erst einen kleinen Trolley kaufen.
Rinderzunge und Sake
Essen gab es später in einem schicken Lokal in einem Einkaufszentrum. Ich vergleiche das immer mit „Gemma ins Multiplex essen!“ Die Preise sind weiterhin für Japan echt günstig: umgerechnet 31,76 € für:
– 2 große Bier
– Rinderzunge (!), Reis, Kartoffelsuppe und Taro
– Garnelen, Thunfisch-Avocado-Sashimi und Reis
Also bitte. In Österreich kriegst dafür in der SCS zwei Vorspeisen und ein Leitungswasser. Etwas teurer wurde es dann nur noch, weil Fritz sich Sake-Flights bestellt hat. Ich hab zuerst geglaubt, er hat gleich sechs Flaschen geordert und hatte ein mega Lachflash. Hahahaha! Es war dann aber „nur“ ein Set aus drei Kostproben. Wobei Kostprobe hier heißt: Minimum ein Achtel pro Glas.





Es war heute ein herrlicher Tag. Fein, entspannt, voller schöner Sachen. Danke, Friedrich – du bist der beste Reisebuddy, den man sich wünschen kann! <3

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