Aufbruch nach Fukuoka
Heute mussten wir unser Auto zurück nach Fukuoka bringen. Also brauchten wir zuerst unser Auto. Go Go Gadgeto Autoringelspiel, bring uns unser Auto zurück!
Das Auto hatten wir dann wieder, also konnte es direkt losgehen. 105 km von Kumamoto retour, einmal quer durch die japanische „Pampa“, die wir inzwischen schon wie unsere Westentaschen kennen. Natürlich ging es nicht ganz ohne Chaos, aber das wäre ja auch langweilig. Zuerst mussten wir noch volltanken, verfuhren uns aber gleich mal und standen plötzlich am Flughafenterminal. LOL. Dann fanden wir doch noch die angepeilte Tankstelle, tankten voll und verfuhren uns prompt ein zweites Mal. Aber wie durch ein Wunder landeten wir schließlich am geraden Weg bei AVIS und gaben unser Auto ab. Ich sag es wie es ist: Autofahren in Japan ist für mich fix kein Problem mehr. Meine eigentliche Sorge ist eher, dass ich in Österreich wieder Fahrstunden nehmen muss, weil ich im Rechtsverkehr jetzt garantiert falsch abbiege. Hahaha! Man gewöhnt sich SO schnell an die Linksfahrerei. Zack, Routine da, Hirn umgestellt.



Von AVIS ging es mit dem Taxi weiter zum Bahnhof Hakata. Schon witzig, dass wir erst 105 km zurückgurken, nur um dann wieder mit dem Shinkansen durch Kumamoto zu fahren, wo wir gerade hergekommen sind. Aber summa summarum war es günstiger: weniger Maut (die allein hätte 53 € ausgemacht!) und keine Extragebühr für Einwegmiete. Außerdem wollten wir heute mal First Class ausprobieren. 80 € pro Person und die haben sich echt rentiert. Rückblickend hat sich der Mietwagen nur für Beppu und den Mount Aso gelohnt. Für alles andere hätten auch die Öffis gereicht. Bereuen tue ich es aber trotzdem nicht, denn das Autofahren wurde irgendwie zu einem lustigen Abenteuer, auch wenn ich mir vorher ins Hoserl gemacht habe. haha
In Hakata angekommen, holten wir uns aber erst einmal einen Kaffee. Ich fand tatsächlich haargenau denselben Coffeeshop wieder, in dem wir schon vor ein paar Tagen waren. Scheinbar ist mein kulinarischer Orientierungssinn besser als jeder Kompass. Und dann las ich, dass es irgendwo in diesem Monsterbahnhof ein Bierlokal gibt. Wir fanden es allerdings nicht. Der Bahnhof ist einfach viel zu riesig. Gefrustet sind wir dann vor dem Bahnhofgebäude gelandet, aber taaaaadddaaaaa, ich erblickte ein Schild mit „British Pub“. hahaha Schwupps waren wir drinnen und es ziiiiischte. 🙂 Nach einem Bier ging die Fahrt dann schon los nach Kagoshima.





Die Fahrt mit dem Shinkansen war dafür wieder unsere Welt: 280 km in 1 Stunde 26 Minuten, während ein Auto dafür 3 Stunden 37 Minuten gebraucht hätte. Und langweilig ist Autofahren in Japan sowieso: alle fahren brav, niemand drängelt, niemand rast… Hallo? Wie soll ich da schimpfen? Ich musste aus purer Entzugsnot fast kreativ werden. Das Einzige, was lautstark gescholten wurde: das Navi. Das mir heute sogar eine Toyota-Fahrerin aus Österreich als „japanischen Dreck“ bestätigt hat. hahaha
Ankunft in Kagoshima
Wo sind wir jetzt? Nun ja: fast am südlichsten Zipfel Japans, in der Präfektur Kagoshima auf Kyushu. Direkt gegenüber vom Stadtzentrum liegt einer der berühmtesten aktiven Vulkane des Landes namens Sakurajima. Einst war es eine Insel, aber seit dem Ausbruch von 1914 ist er mit dem Festland verbunden. Er hustet regelmäßig ein bisserl Asche, aber hat vor ein paar Tagen wieder Lava gespuckt. Sehr beruhigend. haha
Wir sind hier, weil wir morgen Abend eine absolut herrlich-schräge Idee von Fritz in die Realität umsetzen. Wir fahren 26 Stunden mit der Fähre von Kagoshima nach Naha (Okinawa). Jap, richtig gelesen. Eine ganze Nacht auf einem Schiff, so spart man Hotelkosten. haha Abfahrt am 27.11. um 18 Uhr, Ankunft am 28.11. um 19 Uhr. Morgen organisieren wir uns noch Tabletten gegen Seekrankheit, denn ich möchte nicht 26 Stunden mit grünem Gesicht irgendwo herumkugeln. LOL.

Abendprogramm in Kagoshima
Wir kamen gegen 16:30 Uhr an und fuhren mit dem Taxi zum Hotel. Das Zimmer war heiß wie eine Sauna. 28 Grad und wir hatten absolut NULL Ahnung, wie die Klimaanlage funktioniert. Ein Hotelmitarbeiter rettete uns. Danach machten wir uns gleich auf den Weg zum Shiroyama Observatory. Bist deppat, war das ein Hatscher. Treppen ohne Ende! Oben angekommen fanden wir den richtigen Weg erst dank zweier Japaner, die dasselbe Ziel suchten. Die Aussicht war dafür mega! Kagoshima unter uns, das Meer vor uns und Sakurajima, der dampfende Vulkan, majestätisch gegenüber. Und ich bete weiterhin leise, dass er bis morgen Abend KEINE spontane Show liefert. haha

Abendprogramm und nette Überraschung
Fritz hat seit Tagen Lust auf faschierte Laibchen mit Erdäpfelpüree. Also liebe Mutti, wenn du das liest: das wäre ein Spitzen-Welcome-Menü für Fritz. haha Zur Alternative sind wir in ein Curryhaus gegangen. Dort hatte er endlich einen sogenannten „Hamburger“. Die Japaner nennen das so, aber in Wahrheit ist es einfach ein Faschiertes Laibchen in Currysoße mit Reis. Moment, ich frag mal schnell Fritz, ob sein Faschierter Laibchen Heißhunger noch da ist? „Jetzt Momentan net!“ haha Mir fehlt eigentlich nix, außer vielleicht ein richtig geiles Schwarzbrot.
Nach dem Essen gingen wir noch in einen Lawson-Supermarkt, Snacks kaufen und siehe da: TIROL! Selbst hier am südlichsten Zipfel Japans findet man „Tiroler“. Tirol-Choco ist eine seit den 1960ern beliebte japanische Süßigkeit: kleine, einzeln verpackte Schoko-Würfel mit zig Geschmacksrichtungen.

Trivia aus Wikipedia: Die Namenswahl erfolgte, weil der Gründer sich auf einer Landkarte nach den Alpen umsah – seiner ersten Assoziation mit Schokolade. Dabei gefiel ihm der Name „Tirol“. Im Juni 2002 verbrachten 130 Mitarbeiter des Unternehmens ein Wochenende in Buchen bei Telfs, um das 100-jährige Firmenjubiläum zu feiern. Dabei wurde der Firmenchef Toshiko Matsuo (Sohn des Firmengründers) zum „Freundschafts-Botschafter Tirols in Japan“ ernannt.
Jetzt liegen wir im Hotel, chillen ein wenig und blicken gespannt auf morgen. Tagsüber haben wir noch einiges vor und falls wir uns ab morgen Abend nicht melden, haben wir entweder keinen Empfang auf dem Schiff, ODER ich lieg mit grünem Gesicht im Bett. In diesem Fall meldet sich dann eventuell der Fritz, außer wir liegen beide mit grünem Gesicht. hahahaha

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