Wie schon angekündigt, war die gestrige erste Amtshandlung der Kauf von Medikamenten gegen die Seekrankheit. Wir hofften ja beide, dass wir das Zeug nicht brauchen. Nach dem Medikamentenkauf sind wir wieder zur Aussichtsplattform im Shiroyama Park gegangen. Boah, sah der Vulkan Sakurajima gefährlich aus. Dicker Rauch qualmte aus seinem Krater, der sich mit den Wolken mischte. Stellenweise sah es wirklich aus wie in einem Ghostbusters-Film. Wir sind dann ungefähr 12.000 Schritte herumgewatschelt und haben schließlich eine nette Bar mit Außenbereich gefunden. Meine Nase findet sowas überall auf der Welt, aber gerade in Japan ist das jedes Mal ein Stunt, weil fast alles nur indoor ist. Außenbereiche gibt es zwar, aber die sind eher selten. Nach einem kleinen Snack haben wir uns dann auf den Weg zur Einschiffung in den Hafen von Kagoshima gemacht.







Es waren sehr wenig Menschen beim Gate und die paar, die wir gesehen haben, sahen aus wie richtige alte Seebären. Oh Jesus, meine Nervosität stieg. Später waren dann viel mehr Menschen an Board. Wo die vorher alle waren, keine Ahnung. Wir haben ja beide keine Ahnung, ob wir seekrank werden oder nicht und das ist irgendwie ein mulmiges Gefühl. Im Worst Case hätte es mir oder Fritz von 26 Stunden Schifffahrt 25,5 Stunden elendig gehen können. Wir sind dann allerdings losgefahren und alles war ruhig. Schlaubischlumpf, der ich bin, habe ich natürlich die Premiumkabine gebucht. Ich hab mir gedacht: „Alter, wenn die Kabine zwar ein Tick teurer ist, aber ich hab mein eigenes Häusl zum Speiben – hahaha!“ Ja, der Spaß hat 200 € pro Person gekostet. Wenn ich daran denke, dass wir für den Rückflug nach Tokio in ein paar Tagen 73 € bezahlen, ist das zwar heftig, aber das Abenteuer war es uns wert.









Als wir losgefahren sind, waren wir noch in der geschützten Bucht von Kagoshima. Ich bin sogar in die Badewanne gesprungen, weil es wirklich smooth und angenehm war. Fritz hatte dann beim Duschen schon ein wenig mehr haltungstechnische Probleme, denn kaum eine Stunde unterwegs und das große Schaukeln ging los. Nach einer halben Stunde Wellenritt haben wir uns lediglich kurz angeschaut und genickt. Ich habe die Reisemedikamente geschnappt und wir haben uns jeweils eine Sicherheitstablette eingeworfen.

Was soll ich sagen: Wir wurden beide richtig müde und ich glaube, dass ich trotz Hochseewackeln sicher an die 10 Stunden geschlafen habe. Im Liegen merkt man das Geschaukel zwar auch sehr heftig, überhaupt wenn man von einer höheren Wellen von der Seitenlage zur Rücken- oder Bauchlage umlagert wird. haha Es grenzt eh wirklich an ein Wunder, dass niemandem von uns schlecht wurde. Die Fahrt war auch erstaunlich kurzweilig. Erst schläft man eine Weile, dann hält das Schiff immer wieder in Häfen. Bei den Manövern kann man wunderbar zusehen, wie be- und entladen wird und wie Leute ein- und aussteigen. Dazu gab es noch einen wunderschönen Sonnenuntergang.
Kurz nach 19 Uhr sind wir dann in Naha angekommen und mit dem Taxi zum Hotel gefahren. Das ging flott und wir konnten schnell einchecken. Wir haben ein Zimmer mit Meerblick und ich hab mit einer Langzeitbelichtung schon mal geschaut, wie es aussieht. Zum Glück müssen wir uns morgen keinen Wecker stellen, denn wir sind auf der Seite des Sonnenuntergangs. Wir hatten heute Mittag zwar was auf dem Schiff gegessen, aber jetzt hatten wir doch noch Hunger. Es gibt vier Restaurants im Hotel, aber wir waren um 21:03 Uhr dort. Last Order ist hier 21:00 Uhr und ja, Japan nimmt sowas SEHR genau. Zum Glück gibt es einen kleinen Shop im Hotel, also haben wir uns noch Fertigramen, Bier und Snacks geholt. Das muss heute reichen. Jedenfalls wackelt jetzt beim Tippen dieses Blogposts immer noch der Untergrund ein wenig. Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis wieder alles wackelfrei ist. Haha






Summasumarum würden wir beide wieder so eine Schifffahrt machen. Es war ein wahnsinniges Erlebnis und mit ein bisschen „Luxusunterkunft“ echt ein Spaß. In den großen Aufenthaltsräumen, in denen bis zu 12 Personen schlafen, hätten wir es sicher nicht ausgehalten, aber so hatten wir unsere traute Zweisamkeit, ein eigenes Bad und ein EIGENES (NOTFALL)KLO.

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