Sayonara Japan – Unser Rückflug, Fazit und die Heimkehr

Wir haben uns gestern den Wecker auf 6:30 Uhr gestellt. Zum einen, damit wir uns morgens nicht beeilen müssen und zum anderen, damit wir dann vielleicht im Flieger etwas müde werden und schlafen können. Wir sind dann bereits gegen 8:30 Uhr in Richtung Flughafen aufgebrochen.

Ok, wir brauchen am Bahnhof Shimbashi die Asakusa-Metro-Linie und die fährt dann direkt bis zum Flughafen. Danke Google Maps, du bist wundervoll zu uns, dass aber der Abgang zur U-Bahn-Station schon fast einen Kilometer weit weg ist, hat es uns allerdings nicht verraten. Genauso wenig, dass wir irgendwo auf halber Strecke doch umsteigen müssen. Haha. Fritz hat gestern gemeint, dass man Google „ausgeliefert“ ist, aber ich finde, dass es nur funktioniert, wenn man trotzdem gesunden Menschenverstand bei der Benutzung verwendet. Wir haben also die Route zum Flughafen auch ohne Google Maps gefunden und die Fahrt dauerte grad mal so ca. 35–40 Minuten.

Am Flughafen angekommen haben wir den WLAN-Router in ein Kuvert gepackt und in den Briefkasten geschmissen. Sakura Mobile (ein Netzbetreiber) hat super funktioniert und wir hatten die ganze Reise lang immer wunderbaren Empfang. Außer streckenweise auf dem Schiff nach Okinawa , da war es aber egal, weil wir ohnehin das Handy gemieden haben, damit wir uns nicht anspeiben. Hahah.

Wir waren gute 2,5 Stunden zu früh am Flughafen und haben uns dann die Zeit in der Lounge vertrödelt. Die ANA Lounge ist riesig und für mein Empfinden sehr gut besucht. Neben uns saß eine junge Japanerin mit ihrem Sohn. Wir haben sogar einen kurzen Small-Talk auf Japanisch geführt und sie lernt mit Duolingo Deutsch. Fritz war immer sehr erstaunt, wie flüssig ich schon japanisch reden kann. 🙂

By the way: Duolingo. Fritz und ich sind solche Streber, dass wir auch während dem ganzen Urlaub ja keinen „Daystreak“ verpasst haben. Auch wenn es nur eine klitzekleine Wiederholungsübung war, wir ließen uns beide nicht unseren Daystreak zamhauen. Für diejenigen, die Duolingo nicht kennen: Ein Daystreak ist im Prinzip ein Zähler, der anzeigt, wie viele Tage du hintereinander geübt hast. Man hat zwar zur Absicherung zwei Streak Freezes, damit der Zähler nicht gleich im A… ist, wenn man mal wirklich nicht üben kann. Aber sonst haben wir zwei Pfeifen täglich geübt, damit ebendieser nicht flöten geht. Haha. ABER dass es was nützt, habe ich in diesem Urlaub mehrmals bewiesen.

Die Zeit im Flieger nutzte ich, um mein Resümee zu dieser Reise zu schreiben:

Was habe ich vermisst?

In erster Linie: pflanzliches Protein! Japan isst Fleisch. Zwar nicht in Unmengen, aber es basiert fast alles auf Fleisch und wenn kein Fleisch drinnen ist, dann ist es zumindest in Fleischsuppe gegart oder mit Fisch zubereitet. Einmal habe ich mich extrem über einen Tofueintopf gefreut. Als ich mitten im Essen war, habe ich festgestellt, dass der Tofu in einer dicken und reichhaltigen Soße aus Faschiertem schwimmt. Haha. Diese Reise, wie wir sie getan haben, hätte ein Veganer echt extrem schwer gehabt, außer er hätte sich nur von Reis und trockenen Nudeln ernährt. Als Vegetarier war es auch herausfordernd und ich habe in diesem Urlaub mehrere Male Fleisch gegessen bzw. zumindest mal wieder probiert. In den Metropolen gibt es auch Lokale die vegane Sachen anbieten, aber es ist echt nicht so einfach. Ich habe für mich entschieden, dass ich mich drauf einlasse und einige Fleischgerichte probiere. Einige landeten direkt auf Fritz seinem Teller haha, aber andere habe ich auch gegessen. Das größte Problem hatte ich teilweise mit der Konsistenz. Es klingt komisch, aber ich habe jetzt sicher um die 5-6 Jahre kein Fleisch gegessen und alles fühlte sich komisch an. Das erste Monat in der Heimat werde ich mich jetzt wieder auf rein pflanzliche Ernährung umstellen. Ich habe das Gefühl, dass es mir auch besser geht, wenn ich kein Fleisch esse. 

Was habe ich noch vermisst? Die Couch?

Mir ging es nicht so wie Fritz, weil ich schmeiß mich auch direkt ins Bett zum Chillen. Wir hatten eh in jedem Hotel einen schönen und flauschigen Pyjama. Rein in die „Kombinesch“ und schon bin ich zufrieden. Haha. Nein, das habe ich nicht vermisst. Mir fehlt allerdings nach ein paar Tagen, egal wo wir sind, ein gutes Stück Brot. Ein knuspriges Roggenbrot mit einer Kruste drauf, die einem beim Beißen die Zähne krachen lässt. Süßes Weißbrot ist für mich kein Brot. Deshalb habe ich auch so gut wie keines gegessen.

Was war für mich das Beste an dieser Reise?

Natürlich fehlt einem die Familie, die Freunde, die Kollegen, die GADSE!!!, aber ich hätte es trotzdem noch wochenlang ausgehalten. Ich frage mich echt, warum ich überhaupt keinen Funken Heimweh bzw. Verlangen nach der Heimat hatte und schiebe es darauf, dass ich die letzten Monate und vielleicht sogar Jahre doch einen Tick zu viel gearbeitet habe. Man ist so im Hamsterrad, dass man es nicht mitbekommt und so eine lange Reise öffnet einem dann doch ein wenig die Augen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich in ein paar Tagen wieder genauso drauf bin wie vor dem Urlaub, aber diese vierwöchige Auszeit und der Abstand zu allem haben mir persönlich extrem gut getan. Ich habe mich auf meine Kolleginnen und Kollegen verlassen und ich bin mir sicher, dass alles auch ohne mich super über die Bühne gegangen ist. Man nimmt sich halt oft leider ein wenig zu wichtig.

Der Faktor “freie Zeiteinteilung”

Der war wirklich der größte Gewinn dieser Reise. Fritz hat es gestern so treffend formuliert: Je weniger wir uns vorgenommen haben, desto lässiger wurde der Tag. Wir reisten z. B. mit einem „wenns halt in Okinawa regnet, dann is halt wenigstens warmer Regen“-Mindset mit dem Schiff los. In Okinawa war vor unserer Ankunft schlechtes Wetter und nach unserer Abreise wieder. Wir hatten halt Glück und es war herrlich , aber wenn das Wetter nicht so schön gewesen wäre, wäre es auch gut gewesen. Ich kann schon verstehen, dass manche extrem angefressen sind, wenn sie z. B. einen Tagesausflug zum Mt. Fuji buchen und dann außer Wolken nix sehen. Wir haben Mt. Fuji zweimal aus der Ferne gesehen – war auch gut und hat gereicht. Es ist halt ein Berg. Haha. Dagegen war Sakurajima oder Mount Aso der Oberhammer! Ich war noch nie in meinem Leben so nah an einem aktiven Vulkan. Mich hat das viel mehr beeindruckt, als Mt. Fuji mit seiner Schneekuppe bei Postkartenwetter zu fotografieren. Ich mein: Hallo? Ich sehe fast täglich den angezuckerten Schneeberg auf meiner Fahrt nach Eisenstadt. Also falls es nicht neblig, bewölkt oder anderweitig schiarch ist. Haha.

Unser Heimflug war echt sehr smooth und bis auf ein paar kurze Rüttler gab es so gut wie überhaupt keine Turbulenzen. Wir sind tatsächlich unsere Wunschroute über den Nordpol bzw. die Beringsee geflogen. Es war zwar die meiste Zeit finster, aber durch den Mond und das viele Eis habe ich ein paar mega Fotos schießen können.

Nach 14 Stunden und einer Minute sind wir dann um 19:25 Uhr in Frankfurt gelandet. Frankfurt hat uns dann ein wenig überfordert bzw. war es uns einfach zu hektisch. Fritz meinte direkt, dass es nicht mal in Tokio Station so hektisch zuging und ich kann das bestätigen.

Wir haben dann auf unseren Anschlussflug nach Wien gewartet und er hatte natürlich Verspätung. Haha. Statt um 23 Uhr waren wir dann kurz nach Mitternacht in Wien und sind mit einem rasanten Taxifahrer heimgefahren. Damit wir niemanden als Abholer engagieren müssen, haben wir uns wieder ein Taxi reserviert. Auf die paar Euros kam es dann auch nicht mehr drauf an. Ich musste so lachen, weil wir für die paar Kilometer auf Okinawa sicher mehr als eine Stunde benötigt hätten. Der Taxifahrer ist hingegen auf der A4 mit 160 durchgeglüht und wir haben beide gegackert, weil in Okinawa 60 km/h Höchstgeschwindigkeit war. Haha.

So, und nun sind wir wieder zuhause. Elvi ist nicht beleidigt und klebt für ihre Verhältnisse sogar ein wenig an mir. Ich habe ihr natürlich gestern noch ca. 20 Stück Katzenleckerlies gestopft. Als Dank hat sie mir die Leckerlies mit einer halb verdauten Maus auf die Terrasse gekotzt. Man muss sie einfach lieben, diese kleine pelzige Trutschn.

Wir haben von ca. 2 Uhr bis 7 Uhr geschlafen und fühlen uns halbwegs ok. Ein wenig müde noch, wie nach einer durchzechten Nacht, aber ansonsten geht es.

Ich war jetzt schon bei der Bäckerei Berger und hab salzige Weckerl und ein Roggenkrustenbrot geholt und wir frühstücken uns jetzt mit „last Christmas“ im Radio und einer bettelnden Katze in die Heimat.

Liebe Grüße an alle, die unsere Reise hier im Blog mitverfolgt haben. Wir schließen nun dieses Kapitel mit vielen neuen Erfahrungen und Erlebnissen und freuen uns auf ein Wiedersehen.

さようなら – Sayōnara <3

PS: Fritz bekommt heute bei Mama Purgi endlich seine Faschierten Laibchen mit Erdäpfelpüree 🙂

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