Eigentlich hätte dieser Beitrag schon gestern online gehen sollen. Aber es war schlicht und einfach zu spät und ich war durch einen aufkommenden Infekt einfach komplett erledigt. Da ging nichts mehr außer Bett. Prioritäten müssen gesetzt werden.
Schon am Vortag hat sich ein leichtes Halskratzen angekündigt. Vorausschauend wie ich bin, habe ich mir noch schnell Lutschtabletten aus der Apotheke organisiert. Ein kleiner medizinischer Masterplan sozusagen. In der Nacht um 3 Uhr dann der erste Härtetest! Der Hals brannte wie Feuer und ich hoffte auf Wunderheilung. Spoiler: Diese kam leider nicht und es wurde im laufe des Tages immer Schlimmer.
Man kann es trotzdem positiv sehen. Besser am letzten Reisetag als gleich am Anfang. Insofern habe ich das Ganze mit einer gewissen Gelassenheit genommen. Viel ändern konnte ich ohnehin nicht.
Ein bisschen mulmig war mir allerdings vor dem Rückflug. Und leider völlig zu Recht. Beim Landeanflug hat sich mein rechtes Ohr dazu entschieden, den Druckausgleich einfach zu verweigern. Was folgte, waren Schmerzen, die man schwer beschreiben kann, aber ich nicht so schnell vergessen werde.
Ich bin ein Mann. Wenn ich krank bin, dann ist das kein Zustand, sondern ein Ereignis. Ein dramatisches. Ich habe gelitten. Sichtbar. Hörbar. Spürbar. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. 😉
Nach der Landung hat es dann noch gute eineinhalb Stunden gedauert, bis endlich dieses erlösende „Klack“ kam und ich wieder halbwegs normal hören konnte. Bis dahin war ich akustisch irgendwo zwischen Unterwasserwelt und Wattebausch gefangen.
Aber zurück zum eigentlichen Tag, denn der hatte ja noch einiges zu bieten.
Unser Flug ging erst am Abend um 20:15 Uhr, also hatten wir den ganzen Tag noch vor uns. Und wir haben ganz bewusst entschieden, dass wir kein großes Programm bzw. kein Sightseeing auf Zwang mehr machen. Einfach in den Tag hineinleben.
Also sind wir gemütlich losgezogen, haben uns treiben lassen, sind Richtung Eiffelturm spaziert, haben hier und da noch Souvenirs eingesammelt, ein bissl geshoppt und uns zwischendurch immer wieder irgendwo hingesetzt und Menschen beobachtet. Aus dem geplanten Kaffee wurde bei mir übrigens Tee. Die Stimme der Vernunft, oder einfach Mimimi, man weiß es nicht so genau.




Zum späteren Mittagessen gab es dann für mich Fisch mit Gemüse und Baguette und dazu gab es dann auch ein kühles Bier. Dieses hat meinem Hals besser getan, als der warme Tee. haha Fritz hat sich in den Chablis Wein und Filet-Himmel geschossen und ließ ebenfalls einen ziemlich sauberen Teller zurück.

Gerade diese ruhigen Stunden (wir haben trotzdem wieder knapp 20.000 Schritte geschafft) waren im Nachhinein genau das Richtige. Ein entspannter Abschied von einer Stadt, die uns in den letzten Tagen ziemlich schnell ziemlich tief ins Herz gewachsen ist.
Am späten Nachmittag haben wir uns dann ein Uber geschnappt und sind Richtung Flughafen aufgebrochen. Und hier kommt ein kleiner Erfahrungswert, den ich euch als Servicetipp mitgebe. In Charles de Gaulle sollte man es vermeiden, zu früh direkt zum Gate zu gehen. Wir haben genau das gemacht und es war… sagen wir: „Ein Fehler“.
Der Wartebereich war klein, ziemlich heiß, stickig, gut gefüllt und bot jetzt nicht unbedingt die spannendste Unterhaltung. Nachdem der Wartebereich hinter der Sicherheitskontrolle war, konnte man auch nicht mehr wirklich problemlos zurück gehen. Die Zeit zog sich ein wenig und selbst ich bin irgendwann schwach geworden und habe zu einem blonden Dosenbier gegriffen. Man muss nehmen, was man kriegt. haha

Das eigentliche Highlight kam dann allerdings beim Boarding.
Es ist wirklich faszinierend zu beobachten, mit welchem Selbstverständnis manche Menschen ihr „Handgepäck“ interpretieren. Da wurde teilweise mit Gepäckstücken angerückt, bei denen man sich fragt, ob nicht noch irgendwo ein Esstisch und ein Nachtkästchen versteckt sind.
Ein Passagier wollte ernsthaft mit einer Flughafenmitarbeiterin diskutieren, weil sein Trolley offensichtlich zu groß war. Ihre Reaktion war trocken, ruhig und absolut final: „If you don’t check your luggage in, you stay here with your luggage.“ Man konnte in Echtzeit beobachten, wie aus einem empörten Piefkonen-Diskutierer ein äußerst kooperativer und freundlicher Fluggast wurde. Wir haben uns amüsiert.
Der Flug selbst verlief dann zum Glück völlig problemlos. Wir hatten das Glück, dass der Mittelsitz zwischen uns freigeblieben ist und unser Gepäck auch in Turbogeschwindigkeit am Band war. Pünktlich gelandet, alles reibungslos und zuhause wartete schon Elvi auf uns.


Natürlich wurde sie sofort mit (Fake)Mitbringseln bestochen. Kleine Leckereien als Friedensangebot, damit wir nach unserer Abwesenheit wieder in Gnade aufgenommen werden. Hat auch ganz gut funktioniert. Als kleines „Dankeschön“ hat sie dann allerdings ein bisschen von der Leckerlie-Paste auf den Teppich gekotzt. Man will ja nicht, dass es sofort zu harmonisch wird. hahahahaha
Und jetzt zum Fazit dieses Städtetrips
Paris hat uns ehrlich gesagt überrascht. Es stand ursprünglich nicht ganz oben auf unserer Wunschliste, aber manchmal sind es genau diese Reisen, die einen am meisten begeistern.
Diese Stadt lebt. Und zwar überall. Auf den Straßen, in den Cafés, an den Ufern, in den kleinen Gassen. Menschen sitzen, essen, trinken, lachen und genau dieses Gefühl hat uns von Anfang an abgeholt.
Dazu kamen perfekte Bedingungen, großartiges Wetter, tolle Begegnungen und viele Momente, die einfach hängen bleiben.
Wir sind viel gegangen, haben viel gesehen, noch mehr gegessen und uns einfach treiben lassen.
Kulinarisch hat diese Reise auch ihre Spuren hinterlassen. Ich mag plötzlich Roquefort. Dass ich und Blauschimmelkäse mal Freunde werden, hätte ich vorher auch nicht unterschrieben. Baguette und Croissant werden zuhause vermutlich nie wieder so schmecken wie vor dieser Reise.
Ein großes Dankeschön geht an Mathilde und Matteo, die uns überhaupt erst auf die Idee gebracht haben, Paris eine Chance zu geben.
Wird es eine Wiederholung geben?
Davon ist auszugehen.
Haben wir uns verliebt?
Ziemlich schnell sogar.
Au revoir, Paris und jetzt ab auch die Couch +hatschi+


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