Nach einer Nacht, die irgendwo zwischen Jetlag, Traumwirrwarr, spontaner Tanzlaune und Baumkuchenmassaker stattgefunden hat, waren wir pünktlich um 00:30 Uhr hellwach. Ich hätte sofort loslegen und eine kleine Mitternachtsparty schmeißen können, aber der Rest des Körpers bestand auf „Zurück ins Bett!“. Irgendwie hat es dann tatsächlich nochmal mit Schlaf geklappt und siehe da: halbwegs ausgeschlafen starteten wir in den Tag. Fritz sudert ja generell IMMER wegen scheinbar zu wenig Schlaf, schläft und schnarcht allerdings fast immer vor mir.


Ich liebe ja japanische Hotelzimmer. Quadratisch, praktisch, gut und toll ausgestattet inkl. Hotel-Pyjama. Diesmal ist es allerdings eher ein Nachthemd. Es gibt auch einen Luftreiniger inkl. Luftbefeuchter und einen Turbo-Föhn, bei dem ich während dem Bart-Föhnen nicht mal mehr Falten im Gesicht hab. LOL





NATÜRLICH gibt es auch ein Dusch-Klo. Ich kenne ja einige Leute, die sich nach einem Japanurlaub zuhause auch ein Duschklo machen haben lassen. (gell Martin, gell Michi) Ich spreche da allerdings auch aus eigener Erfahrung. Niemals würd ich das nochmal hergeben. Probiert es mal aus.
Zum Frühstück gab es gleich mal den vollen japanischen Klassiker: Reis, Misosuppe, Fisch, Gemüse, Salat, Umeboshi (diese mutige Pflaume, die gleichzeitig sauer, salzig und irgendwie emotional ist) und Natto. Ja, Natto ist nicht jedermanns Sache. Sagen wir so: es zieht Fäden, riecht streng und ist ein bisschen wie Käse, der beschlossen hat, ein Schleimmonster zu werden. Ich liebe es, aber ich bin kein Vergleich, denn ich liebe auch Marmite. haha


Fritz hat sich gleich mal die spicy Variante geschnappt, aber dann doch ein „Honigsemmerl“ als Rettung geholt – nur um festzustellen, dass der „Honig“ salziger Zitronensirup war. Der Blick war unbezahlbar. Ich bin schon morgens fast vor Lachen krepiert. hahahaha
Gestärkt und leicht verwirrt haben wir uns dann auf den Weg zum Expo-Gelände Osaka gemacht. Die extra angelegte U-Bahnstation (Yumeshima Station) war so futuristisch, dass man fast erwartet hätte, Captain Kirk steht am Bahnsteig. Leider war draußen alles abgesperrt. Kein Durchkommen, keine Expo, nur viele Zäune, vier Wachmänner/frauen und unsere leicht enttäuschten Gesichter. Wir wussten ja, dass die Expo schon vorbei ist, aber dass man gar nicht näher ran kommt, war dann doch etwas schade.



Also Plan B: zurück in die Stadt und die Burg von Osaka anschauen. Majestätisch wie eh und je, und bei bestem Wetter ein echter Hingucker.



Danach ging es weiter zum Umeda Sky Building. Auf dem Weg dorthin trafen wir Niki, einen 65-jährigen Pensionisten aus Wien (eigentlich aus Horn), der uns sofort am Dialekt erkannt hat. Österreichische Radarleistung auf höchstem Niveau!
Zu dritt zogen wir also los, aber den Aufstieg auf 140 Meter wagten dann doch nur Fritz und ich. Oben – Wahnsinn! Kein bisschen Höhenangst, nur pures Staunen und später im „Keller“ des Gebäudes ein Bier und Udon-Nudeln zur Belohnung.





Vor dem Umeda Sky Building wird gerade ein riesiger Christkindlmarkt aufgebaut. Zu unserer Überraschung fanden wir dort auch eine Hütte, die mit „Glühweinhaus“ beschriftet war. Ich habe dann zwei Japanerinnen angesprochen und gefragt, wie sie „Glühweinhaus“ auf Japanisch aussprechen. Und zu meiner „Überraschung“ war es „Glühweinstando“.

Sie sind so witzig, weil gestern haben wir uns schon über „Baumokeki“, dass für Baumkuchen steht, abgescheppert. Dass ich das Wort Baumokeki in Katakana lesen kann, ist eine andere Geschichte und hat ein bissl was mit Strebersein zutun. 🙂
Als Nächstes: Namba Yasaka Tempel. Irgendwie schaffte ich es, ein Foto ohne Menschen zu machen! Zwischen gefühlt hundert Touristen eine echte Meisterleistung. Vielleicht war es göttliche Fügung des Löwen, vielleicht einfach nur Glück im Fotoklick.
Wir landeten dann noch in Dotonbori. Neonlichter, Menschenmassen, Essensstände und wir mittendrin – mit einem 700ml Bier, Takoyaki und zwei Shots Sake. Ein perfekter „Abschluss“ für einen Tag voller Überraschungen, Zufälle und Zitronensirup-Fehlschläge.





Von Dotonbori sind wird dann zurück zum Hotel gegangen. Ein bissl fresh machen, was bei uns soviel heißt wie „ich schreib ein bissl für den Blog und du kannst endlich deine Stories posten“. Wir haben im Hotel an der Lobby auch so leiwande Massagesessel. Meine Mama hat auch sowas zuhause, aber diese Dinger sind next Generation. Streckenweise fühlt es sich an wie eine richtige Massage. Nach ca. 23.000 Schritten vom heutigen Tag, war das echt eine Wohltat.
Nach dem bisschen Chill Out sind wir nochmal losgezogen. „Wo gehen wir hin Fritz?“ .Fritz macht ein Foto von einem Parkplatz. „Hallo Friiiitz, wos wüst jetzt?“ .Fritz macht ein Foto von einem Schild. Wer Fritz persönlich kennt, lacht jetzt an dieser Stelle. haha Also schaue ich auf Google Maps, suchte nach „Bar“ und siehe da, da war gleich eine ums Eck. Ich schleppte Fritz anschließend in die Osaka Rockbar. Eine richtige Spelunke wie anno dazumal. Man darf drinnen rauchen, es spielt Metal Musik und wir haben neue „Freunde“ kennengelernt. Ein zweimal verheiratetes Ehepaar aus New York City. Sie waren beide schon relativ illuminiert (nein hackedicht) und sie erinnerte mich an Kollegin Evi G., welche schon einige Zeit in Pension ist.


In der Rockbar haben wir uns noch ein Glas Shoushu mit Oolong Tee und zwei Gläser Hibiki Whisky ins Getriebe gestellt. Now it is enough – sonst kotzen wir morgen beide aus den Achterbahnen der Universal Studios. Was für ein wunderschöner Tag!

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