Heute Morgen hatte ich einen dieser Momente, bei denen ich üblicherweise vor Lachen fast implodiere. Aber fangen wir von vorne an.
Die Nacht war – na ja – eher so semi. Irgendwie mies geschlafen und bevor es überhaupt an Frühstück oder Kaffee ging, stand schon das nächste Abenteuer an: japanisches Wäschewaschen. Nein, wir haben uns nicht wie im Michi-Buchinger-Reel 30 Mal ins Hoserl gemacht. 😀 Wir wollten nur alle Klamotten sauber in den Rucksack packen und direkt ins nächste Hotel schicken. Saubere Sachen und kein Inkontinenz-Drama. Wer hätte aber gedacht, dass Waschmaschinen und Trockner hier fast so kryptisch sind wie ein Rätsel aus „Squid Game“? Lost in Translation trifft es da ganz gut. Aber: Mission accomplished! Alles frisch gewaschen, duftet herrlich und wir konnten endlich wieder halbwegs sortiert packen.
Warum packen? Weil wir heute unseren großen Rucksack voraus ins nächste Hotel schicken. Und ganz ehrlich: dieser Service in Japan ist einfach genial! Kostet kaum mehr als ein Paket bei uns daheim und erspart einem jede Menge Schlepperei. Wir zahlen nicht mal ganz 27 € für den Versand von den zwei großen Rucksäcken. Meine Freundin wird jedenfalls begeistert sein, denn ihre größte Sorge, das Rucksack-Schleppen, hat sich damit offiziell erledigt. haha


Und dann kam das Frühstück.
Ich sitze da, noch halb im Wachkoma, mein Schnurrbart fresh gestylt in voller Pracht (wie immer hier zu Lande ein kleiner Blickfang, haha), als mich plötzlich ein kleiner chinesischer Junge entdeckt hat. Er starrte mich an, staunte, als hätte er gerade den Weihnachtsmann persönlich gesehen und lief dabei voll über einen Schirmständer! Zack, prack, bum lag er da. haha
Ich schwöre, ich bin fast vor Lachen zusammengebrochen und das noch vor dem ersten Kaffee! 😀 Ich musste mich richtig zusammenreißen, nicht laut loszubrüllen. Also ja, mein Schnurrbart sorgt nicht nur für Gesprächsstoff, sondern offenbar auch für kleine Slapstick-Einlagen am Frühstücksbuffet.
Ein herrlicher Start in den Tag trotz Schlafmangel und Waschmaschinenprogramm. Japan, du bleibst einfach ein Abenteuer!
Apropos Abenteuer! Das richtige Abenteuer ging dann erst so richtig los.
Zurück in die Kindheit – Universal Studios Osaka
Nach dieser komischen, aber herrlich witzigen Frühstücksszene ging es für uns weiter zu den Universal Studios Osaka.




Wir waren gegen 11 Uhr dort und es war tatsächlich noch relativ ruhig. Erstmal gemütlich orientiert, ein bisschen durchgeatmet und dann kam das Highlight: Die Nintendo World!

Ich wollte da ja unbedingt hin. Schon als Kind hab ich in den Sommerferien im Weingarten und Weinkeller mitgeholfen, nur um mir meinen allerersten Gameboy leisten zu können. Und heute, rund 35 Jahre später, stand ich wieder mitten in dieser Welt und fühlte mich genau so jung wie damals. Alles ist bis ins letzte Detail gestaltet, so schön, so liebevoll, so echt! Die Geräusche, die Farben, die Musik! Man kennt jeden Piepser, jedes Münzenklingeln und sogar das typische „Bing!“ beim Geisterangriff. Nostalgie pur!
Das absolute Highlight war dann Mario Kart in VR. Ein Traum! Vor zwei Jahren hat mich Fritz im Taito Center in Tokio noch geschlagen, aber heute kam die Revanche: Ich hatte mehr Punkte!




Von dort ging es weiter in die Harry Potter-Welt. Wunderschön gestaltet, detailverliebt und atmosphärisch, auch wenn die Hauptattraktion leider wegen Revision geschlossen war. Trotzdem toll!



Nur langsam merkte ich, wie sich mein innerer „Hangry-Alarm“ meldete. Fritz wurde schon nervös, denn er kennt die Zeichen. Also schnell einen Snack her, bevor es gefährlich für ihn und alle Menschen um mich rum wird. Wir landeten in einem Grillrestaurant, das so kitschig amerikanisch-weihnachtlich war, dass es fast schon surreal wirkte. Kellner mit Weihnachtsmannmützen, alles glitzernd dekoriert und im Hintergrund Blasmusik-Versionen von Weihnachtsliedern. Ich kann jetzt nur für mich sprechen, aber das war mir fast ein bisschen too much.
Nach dieser Stärkung ging es weiter zu Jaws. Die Bootstour war witzig, die Hai-Attacken solide, aber ganz ehrlich: Wenn ich da eine Stunde ohne Expresspass hätte anstehen müssen, wär ich vermutlich enttäuscht gewesen. Zum Glück konnten wir an den Menschenmassen vorbeigehen.
Zum Abschluss gab es dann noch den Spy×Family XR Ride. Wir wussten beide nicht so recht, was uns erwartet, dachten an irgendwas Gemütliches mit VR-Brille, von wegen! Das war eine ziemlich rasante Achterbahnfahrt. Mit VR-Brille Achterbahn fahren ist definitiv eine Erfahrung für sich.
Die großen Achterbahnen – „Flying Dinosaur“ und Co. – haben wir ausgelassen. Ich geb es zu: Ich hätt mich da drinnen wahrscheinlich nass gemacht und hätte morgen wirklich wegen Stress-Inkontinenz nochmal waschen müssen. Fritz war, glaub ich, ganz froh, dass ich ihn nicht reingeschleppt hab. Immerhin: Er ist scheinbar zufrieden, dass ich vor ihm „aufgegeben“ hab.
Am Abend sind wir noch gemütlich durch Shinsaibashi geschlendert, jetzt wieder zuhause im Hotel, die Füße hochgelegt. Absolut verdient nach über 20.000 Schritten! Später holen wir uns vielleicht noch einen kleinen Snack, aber heute eher pianissimo. Morgen geht es weiter nach Takamatsu und wir freuen uns schon auf das nächste Kapitel.
Ein langer, actionreicher Tag voller Lachen, Nostalgie, Kindheitserinnerungen und einem Schnurrbart-Gate. Hat echt Spaß gemacht. 🙂

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