Das Frühstück – ein All-You-Can’t-Eat
Der Morgen begann wie im Schlaraffenland auf japanisch: ein Buffet, das so riesig war, dass man eigentlich einen eigenen Teller-Strategieplan bräuchte. Man weiß oft erst nach dem Lesen der Schilder, was man da gerade in der Schüssel hat und manchmal auch erst wie man es isst.


Fritz vermisst zwar sicher noch immer sein Honigsemmerl, aber aktuell schaut es auch bei ihm so aus, als hätte er sich mit dem japanischen Frühstück ganz gut angefreundet. Er nimmt zuerst spicy und dann zum Abschluss halt noch ein Croissant oder ein Gebäck, aber Hautpsache mit Marmelade. 🙂
Japanische Klos enttäuschen NIE.
Wir kennen inzwischen die ganze Palette:
– Hintern-Dusche (in manchen Fällen auch Hintern-Kärcher, aber wenn man weiß wie, kann man es ja regulieren haha)
– beheizte Klobrille (man erschrickt beim ersten Mal haha)
– Deckel, der dich begrüßt (da erschrickt man auch haha)
– Beleuchtung wie im Spa (sehr praktisch und man braucht kein Licht)
– automatische Spülung (ist auch super, weil nicht alle Spülknöpfe sind selbsterklärend)
– und natürlich die berühmten Hockklos, die wir uns bisher noch nicht getraut haben.
Das Hotel hat aber wieder eine neue Variante geliefert:
Wenn man spült, läuft frisches Wasser über ein Waschbecken in den Spülkasten, und dort kann man sich direkt die Hände waschen.
Genius. Nachhaltig. Ich liebs.


Atomic Bomb Museum Nagasaki – ein stiller, schwerer Moment
Der Weg führte uns heute zu Fuß ins Atomic Bomb Museum. Schon vor dem Eingang waren unzählige japanische Schüler unterwegs. Alle mit Notizblättern, Fragebögen und einer Ernsthaftigkeit, die beeindruckend war. Das Museum selbst hat uns tief getroffen.
Die Berichte, die Bilder, die persönlichen Gegenstände! All das wirkt nach. Vor zwei Jahren in Hiroshima war es schon heftig, aber diesmal hat eine ältere Dame neben mir zu weinen begonnen. In dem Moment war es auch bei mir vorbei. Die grausame Geschichte, die vielen Toten, die zerstörte Stadt: Es ist kaum in Worte zu fassen, wie schwer dieser Ort wirkt.
Im Anschluss besuchten wir das Epizentrum und den Peace Park, um die Eindrücke ein bisschen zu ordnen. Und dort, zwischen den Monumenten und Mahnmalen, spielten lachende Schulklassen Fangen, machten Fotos, scherzten miteinander. Dieser Anblick hat gut getan.
Er hat uns gezeigt, dass Erinnerung wirkt.
Und dass all diese Kinder, die fröhlich an diesem Ort voller Schmerz spielend lernen, die beste Garantie dafür sind, dass so etwas nie wieder passieren darf und hoffentlich nie wieder passiert.






Nagasaki Seilbahn & ein Schrein als Bonus
Vom Peace Park ging es wieder zu Fuß weiter. Diesmal zur Talstation der Nagasaki Ropeway. Die Fahrt nach oben zum Inasayama Park war goldrichtig: Sonne, blauer Himmel, perfekter Ausblick und ein absoluter Gewinn.

Oben hat es zwar ordentlich gezogen, aber wir haben brav unsere Ohrwaschl geschützt. Fritz hat aus dem Mallorca-März-Wetterdebakel, als er seine Haube zuhause vergessen hat, gelernt und ich gehe sowieso nirgends ohne mein Stirnband hin. Im Alter wird man langsam empfindlich. Ist halt so. 🙂





Nicht weit davon haben wir zufällig einen richtig netten kleinen Schrein entdeckt. Natürlich mussten wir da kurz reinschauen.




Tonkatsu-Time – Fritz sein lang ersehnter Moment
Am Abend war es dann endlich so weit: Tonkatsu. Seit dem letzten Japanurlaub träumt Fritz schon davon, aber mit mir in ein Schnitzellokal gehen, ist halt meistens so semi. Heute habe ich ihm aber die große Freude gemacht. Sein Gesicht war Gold wert.

Ich glaube, man sieht auf dem Foto, wie sehr ihn diese drei Sorten Katsu innerlich zum Weinen gebracht haben, vor Freude natürlich.
Ich hatte Makrele, Garnele und (Schockmoment) ein bisschen Hühnerfleisch. Nach sechs Jahren ohne Fleisch! Es war so weich wie Tofu, dass ich es mir schönreden konnte, aber innerlich hatte ich trotzdem das Gefühl, Tweety persönlich zu verraten.
Keine Sorge: Ein Fleischesser wird aus mir trotzdem keiner mehr.
Zum Menü gab es:
– rote Miso-Suppe (ist intensiver)
– fermentiertes Gemüse
– fein geschnittenes Weißkraut
– zwei Dressings
– Reis
– Tartar-Soße (die Fritz nicht mochte, ich aber am liebsten drinnen gebadet hätte)
– Sesam, den man selber mörsert und mit Katsusauce vermischt – das BESTE.

Heimkommen, Wein öffnen, Snacks vernichten
Jetzt sind wir im Hotel, chillen und werden noch den Wein aus Sanuki trinken, der gegenwärtig noch im Kühlschrank wartet. Ein paar Snacks müssen auch noch weg und dann starten wir gemütlich mit dem Einpacken.
Denn morgen geht es nach dem Frühstück zurück nach Fukuoka und danach (Trommelwirbel) holen wir den Mietwagen! Ich habe bewusst nicht im Zentrum von Hakata einen Leihwagen angemietet, weil mir das Großstadt-Linksverkehr-Startlevel einfach zu heftig wäre. Stattdessen habe ich einen Wagen vom Flughafen gebucht.
In der Reservierungsbestätigung steht, dass wir zum AVIS Schalter am Internationalen Terminal kommen sollen, um dann mit einem Shuttle zur Vermietung zu fahren. Die Abholadresse ist nämlich nicht direkt am Flughafengebäude. Blöd nur: Wir kommen ja nicht mit dem Flugzeug an und müssten einen Umweg machen. haha
Also habe ich heute die Hotelangestellte (unterstützt mit Google Translate) gebeten, dort kurz anzurufen und nachzufragen, ob wir auch direkt zur Abholadresse kommen können.
Es ist natürlich kein Problem, aber der Mitarbeiter der Autovermietung meinte, dass es ja geschickter wäre, wenn er uns das Auto direkt beim Bahnhof gibt.
…wildes Gefuchtel… …wildes Getippel in Google Translate: „Nein. Ich bin noch nie im Linksverkehr gefahren und möchte nicht direkt im Zentrum üben.“
Die Rezeptionistin hat mich nickend und zustimmend verstanden, aber ich glaub der Typ am anderen Ende der Leitung hat gegackert. Dem wird das Lachen noch vergehen, wenn ich morgen daherkomme und wir am Firmengelände schon die Vollkaskoversicherung brauchen. hahahahaha Hopefully not! Es wird schon gut gehen. 🙂
Jetzt bleibt es also in der Nähe vom Flughafen und ich kann heute Nacht ruhig schlafen.
Win-win. hahahahaha


Roomparty
Fritz ist mit unserer Flasche Wein zur Rezeption gegangen. Die sind natürlich so nett gewesen, haben ihm die Flasche aufgemacht und sind ihm noch mit Behelfsgläsern nachgelaufen. Das Restaurant am 2. Stock, dass natürlich Gläser hat, macht erst zur Nudeltime um 21:30 Uhr auf. haha Cheers – auf einen bisher sehr sehr sehr leiwanden Urlaub. Heute ist Tag 10 und 15 Tage liegen noch vor uns. (das ist für uns beide auch surreal)


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