Heute war ein wunderbarer Tag und wir haben den sonnig warmen Tag bei rund 25 Grad, mit Sonnencreme und wie aus dem Bilderbuch erleben dürfen. Witzigerweise war es die letzten Tage auf Okinawa nicht unbedingt schön, aber scheinbar haben wir das tolle Wetter aus Kagoshima mitgenommen, denn so wie es aussieht, wird es bis zu unserer Weiterreise am Dienstag herrlich bleiben. Zu dieser Jahreszeit ist das ein echter Glücksfall. Ein bisschen wie Mallorca im November. Es wird hier zwar selten richtig kalt, aber wenn bei 14 Grad der Wind pfeift und dazu Regen kommt, kann auch Okinawa schnell ungemütlich werden. So wie es jetzt gerade ist, fühlt es sich aber genau so an, wie ich mir Okinawa immer vorgestellt habe: Naha, eine etwas schiache japanische Riesenstadt, aber drumherum Palmenfeeling, Strände und ein easy-going südliches Temperament. Man merkt wirklich, dass man hier am anderen Ende Japans angekommen ist. Aber was haben wir heute erlebt?
Als erstes sind wir nach dem Frühstück eine Runde durchs Hotel, den Garten und am Strand entlang gewatschelt. Die Anlage ist riesig, sehr schön gepflegt und ruhig gelegen.



Man muss zwar für die Wege in die „Stadt“ das Taxi nehmen, aber die Preise sind fair und absolut okay. Das Lustige ist, dass man trotz kurzer Distanzen ewig unterwegs ist. Wir sind heute z.B. von der Aeon Mall rund 15 km bis zum Hotel gefahren. Bei uns am Land wäre das ein Katzensprung, aber hier fährt man aber quasi permanent durch Straßen, die an den Gürtel zur Stoßzeit erinnern. Es dauert halt, aber wir haben ja Zeit.
Vom Hotel ging es für uns ins American Village. Dieser Ort ist ein faszinierendes Kuriosum. Er entstand rund um die ehemaligen US-Militärbasen, die hier jahrzehntelang das Stadtbild geprägt haben und zum Teil noch immer prägen. Heute ist das American Village eine bunte Mischung aus künstlicher Strandpromenade, Popkultur, amerikanischem Flair, Neonreklamen, Boutiquen, Burgerbuden, Streetfood und teilweise ziemlich kitschigen, aber irgendwie liebenswürdigen Fotospots. Ein bisschen fühlt es sich an wie ein Freizeitpark ohne Fahrgeschäft. Es ist voll mit Souvenirshops, die wirklich alles verkaufen, was nicht bei drei auf den Palmen ist. Wir sind gemütlich herumgebummelt, haben einiges gekauft, haben uns ein eiskaltes Orion Bier, DIE Biermarke hier auf Okinawa, gegönnt und natürlich das berühmte Blue Seal Eis probiert. Und wow… ich hab viel darüber gelesen, aber jetzt weiß ich, dass es wirklich ultra gut schmeckt. Selbst Fritz meinte, dass es das beste Eis war, das er dieses Jahr gegessen hat.









Vom American Village sind wir weiter in die unfassbar riesige Aeon Mall aufgebrochen. Zuhause freuen sich ein paar Leute sehr über einen Pikachu im Okinawa-Dress. Diese Varianten bekommt man wirklich nur im Pokémon-Center in Okinawa und wir sind wegen ein paar Fans aus der Heimat dorthin, haben aber natürlich auch selbst zugeschlagen. Man kommt ja nicht so schnell wieder hier her, also why not. In der Mall gab es für uns dann noch eine Ingwer-Limo zur Erfrischung. Ich habe sogar einen Fotobeweis, weil manche ja glauben, wir würden rund um die Uhr nur saufen. NEIN, wir trinken auch alkoholfreies Zeugs. haha (PS: Ich schreibe diesen Blog allerdings gerade mit einem kühlen Sake neben mir. Wegen der Transparenz warats hoit.)





Danach sind wir wieder ins Hotel heimgegondelt und haben ein bisschen gechillt. Schließlich sind wir ja zum Relaxen hier und wollten bewusst keine Marathontouren machen. Die letzten Reisetage waren ohnehin „anstrengend“ genug, also gönnen wir uns jetzt etwas Ruhe. Morgen planen wir einen richtigen Beach-Tag. Es ist Wochenende, da sind die touristischen Hotspots ohnehin voll. Das Okinawa Aquarium steht zwar auch auf unserer Liste, aber das verschieben wir bewusst auf Montag, in der Hoffnung, dass die Japaner dann wieder arbeiten und es ein bisschen ruhiger ist.
Wir haben dann heute im Hotel zu Abend gegessen und dachten uns, wir bestellen ganz brav ein medium size Bier. (nach bestem Wissen und Gewissen, weil die Karte ist halt so eine Sache) Medium sind hier immerhin 510 ml, also kein Kindergeburtstag, aber auch noch kein Festivalmaß. Das Regular hat 330 ml und das Große fast schon olympische 830 ml. Nachdem allerdings eine gefühlte Ewigkeit kein Bier auftauchte, machten wir den Kellner höflich darauf aufmerksam. Und siehe da: Er stapft mit zwei RIESEN-Bieren zu uns, also direkt mit die 830-ml-Trümmer. Wir schauen uns an, schauen ihn an und wussten sofort: Der hat fix gedacht: „Des san Österreicher, die saufen fix a Großes.“ hahaha


Wir baden unsere Hände natürlich in Unschuld. Wir wollten eh nur Medium und haben auch nur Medium bezahlt. Aber was soll ich sagen… nachdem es einmal da war, haben wir es natürlich nicht zurückgeschickt. Prost bzw. Kanpei 🙂

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