Bevor ich euch erzähle, was wir heute auf Okinawa erlebt haben, möchte ich zuerst auf die Fragen eingehen, die mir via Instagram am häufigsten gestellt wurden. Offenbar interessiert euch brennend, was unsere Reise eigentlich kostet, wie wir alles organisiert haben und ob wir überhaupt jemals wieder heimkommen oder gleich in Japan bleiben. Deshalb gibt es heute eine Mischung aus Q&A, persönlichen Eindrücken und natürlich unserer täglichen Dosis Urlaubsg’schichtln. Das alles begleitet von strahlendem Okinawa-Sonnenschein, 26 Grad und der wohl entspanntesten Stimmung seit Beginn der Reise.
Eine der häufigsten Fragen, die wir bekommen haben, war natürlich: „Und, was zahlt man eigentlich für so eine lange Japanreise?“ Verständlich, schließlich wollen die meisten von euch wissen, ob man dafür zuerst eine Niere verkaufen muss oder ob man das auch ohne Organspende hinbekommt. Also aufgepasst, hier kommt die Wahrheit, aber ohne Angeberei, Pfauengehabe oder Bling-Bling.
Economy war der Flugpreis echt fair (ca. 1000 € für drei Flüge). Wir haben aber heuer flugtechnisch ein bisschen „überkandidelt“ und uns Premium Economy und Business gegönnt. Das macht die Gesamtkosten bei uns automatisch deutlich höher. Logisch. Dafür steigt man dann halt aus dem Flieger aus, ohne auszusehen wie ein schlecht gefaltetes Origami. Wirklich relevant sind die üblichen Reisebausteine wie Hotels, Züge, Mietwagen, Eintritte, Fähre, Taxis, Öffis und Essen/Trinken/Shoppen. Wir rechnen aktuell nach dem Motto „Reise vor dem Sterben, sonst reisen deine Erben“ ohne Flüge mit ca. 4000 € pro Person.
Wenn man also Economy fliegt sieht die Kostenwelt gleich viel entspannter aus. Japan ist für jeden Geldbeutel machbar. Wir hatten zum Beispiel Hotels, in denen die Nacht 45 € gekostet hat (die Nacht im Kapselhotel mit 25€ pro Person rechne ich nicht) und auch völlig in Ordnung gewesen sind. Und dann wiederum hatten wir Hotels mit Halbpension in Beppu oder Okinawa, wo wir zwar deutlich mehr bezahlt haben, dafür aber einfach einziehen, entspannen und essen konnten, ohne auch nur einmal darüber nachzudenken, wo wir heute Abend noch einen Tisch brauchen. Diese Mischung macht es für uns diesmal echt aus. Isst man dagegen im kleinen Lokal ums Eck, ist es meistens günstiger als in Österreich. Man kann also zielgerichtet planen und sich die Reise genau so zusammenstellen, wie man möchte. Aktuell wird z.B. bei Hofer-Reisen eine 15-tägige Japanreise um knapp 5.000 € pro Person angeboten. Wenn man bedenkt, dass wir insgesamt 25 Tage unterwegs sind, liegen wir mit unseren Gesamtkosten überraschend gut im Rahmen solcher Pauschalangebote. Das hat mich selbst ein wenig beruhigt, denn damit sieht man ganz gut, dass Individualreisen nicht automatisch teurer sein müssen. Man verteilt die Kosten nur anders und kann sie deutlich flexibler steuern.
Was uns auch gleich zum zweiten großen Thema bringt: „Wie habt ihr das alles organisiert bzw. geplant? Wie lange im Voraus? Und was muss man berücksichtigen?“ Puuuh, das wird jetzt ein längerer Absatz. Die Wahrheit ist, dass die gesamte Vorplanung auf unserer ersten Japanreise vor zwei Jahren basiert. Ich wollte damals schon alles individuell buchen, aber Fritz hat die Notbremse gezogen. Aus gutem Grund. Mein Japanisch war noch in der Version „Beta 0.3“ und wir hatten keine Ahnung von gar nichts, außer was wir sehen wollten. Deshalb wurde es damals eine Pauschalreise mit relativ freiem Programm. Hotels, Transfers und Grundgerüst waren fix, aber wir konnten unsere Tage gestalten, wie wir wollten, ohne an eine Reiseleitung gebunden zu sein. Für die erste Reise war das perfekt: Wir mussten uns um fast nichts kümmern und haben Dinge gelernt, von denen wir nicht einmal wussten, dass sie existieren. Wie z.B. den absolut großartigen Gepäckversand von Hotel zu Hotel, der verhindert, dass man wie ein Lastkamel mit Koffern durch Bahnhöfe marschiert. Ich persönlich habe enorm viel davon mitgenommen, mich aber zusätzlich über YouTube, Blogs (so wie meinen) und andere Erfahrungsberichte vorbereitet. Unsere erste zweiwöchige Reise hat im Pauschalpaket auch zwischen 4000 und 5000 € gekostet. Wenn man bedenkt, dass wir diesmal um 1,5 Wochen länger unterwegs sind und die Preise natürlich auch hier etwas angestiegen sind, finde ich es für unser Budget echt noch in Ordnung.
Für die zweite Reise jetzt waren wir dann sozusagen „Level 2 – Individualreisende“. Die Flüge habe ich relativ weit im Voraus gebucht. Aktivitäten wie die Museen auf Naoshima oder die Universal Studios in Osaka haben wir etwa einen Monat vorher reserviert. Die Hotels, die Fähre und den Mietwagen habe ich über Booking.com rund 1,5 Monate vor Abreise fixiert, völlig unkompliziert und bis jetzt hat es nicht eine einzige Schwierigkeit gegeben. Shinkansen-Tickets, IC-Karten für bargeldloses Zahlen und die Öffis usw. haben wir direkt vor Ort gekauft. Das geht wirklich simpel und schnell. Wie genau das alles funktioniert, erkläre ich Interessierten gerne persönlich. Das hier alles im Detail herunterzutippen, wäre dann doch ein bisschen viel Tipparbeit und ich will ja keinen Roman schreiben. Obwohl… ich könnte. hehe
Eine weitere Frage, die uns mehrmals gestellt wurde, war, ob wir überhaupt wieder nach Hause kommen oder ob wir gleich in Japan bleiben. Haha Naja, aushalten würde ich es hier schon noch ein paar Wochen, keine Frage. Aber ohne Arbeit geht das Budget irgendwann zur Neige. Außerdem werden wir ja zuhause schmerzlich vermisst. Erstens von Familie, Freunden, Kollegen und zweitens natürlich auch von Elvriede. Die wird mich vermutlich zu 1288 % hassen oder ignorieren, sobald wir die Tür aufmachen. Und ja, das wird sie zurecht tun. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir uns wieder zusammenraufen werden. Ich vermisse sie ja wenigstens, sie mich wahrscheinlich nicht! Laut Purgitante und Mamas Bericht ist sie angeblich ohnehin kurz vorm Explodieren. Ganz viel Winterspeck-Elvi zum Liebhaben!!!
Auch nach den Bierpreisen wurden wir gefragt. Grundsätzlich würde ich sagen: Bier ist hier günstiger als zuhause. Natürlich zahlt man im Hotel oder an Touristenspots etwas mehr, aber im Durchschnitt ist es wirklich ein gutes Stück billiger. Und ähnlich verhält es sich beim Essengehen. Klar, du kannst auch in Japan locker ein Vermögen in Restaurants lassen, wenn du möchtest. Aber gehst du in ein normales „Beisel“, hier Izakaya genannt, dann sind die Preise wieder deutlich angenehmer als bei uns in Österreich. Geht man hier im Urlaubsressort im Hotel zum Galadinner, landet man preislich dagegen wieder ziemlich genau dort, wo man es von zuhause gewohnt ist. Wie beim Reisen selbst gilt also auch hier: Es liegt immer an einem selbst, wie viel man ausgeben möchte und was es einem wert ist. Am Ende bleibt es immer eine sehr persönliche Entscheidung, ob man sich so eine Reise gönnen möchte oder nicht, denn es ist garantiert nicht jedermanns Sache, so viel herumzureisen und ständig unterwegs zu sein. Für uns wären reine Beach-Urlaube zum Beispiel die reinste Qual, aber schließlich soll jeder genau so reisen, wie es sich richtig anfühlt. Apropos Beach, heute hatten wir unseren Beachday.
Beachday a la 16.500 Schritte 🙂
Heute sind wir relativ spät aus dem Bett gekrabbelt und haben uns dafür extra lange durchs Frühstück gefuttert. Friedrich ist ja hier im 7. Himmel, weil es hier auch Honig gibt. Er startet allerdings trotzdem täglich mit dem „spicy Frühstück“. Japan verändert. haha Der Tag hat so herrlich begonnen, dass wir sogar vor dem Frühstück schon eine kleine Runde durch die Hotelanlage gedreht haben. Es ist wirklich wunderschön hier. Ich kann das Hotel also mit gutem Gewissen empfehlen.




Nach dem Frühstück habe ich mich dann an den Laptop geschwungen und für morgen einen Mietwagen gebucht. Das Wetter soll nämlich ein bisschen umschlagen und deshalb steht morgen das Okinawa Aquarium auf dem Plan. Allein der Weg dorthin ist eine Wissenschaft für sich: 68 Kilometer klingen harmlos, aber hier dauert das mit dem Auto 1 Stunde und 32 Minuten. Mit dem Bus wären wir 2 Stunden und 42 Minuten pro Tour unterwegs. Never ever würde ich mir das antun. Ein Taxi würde uns hin und zurück rund 150 € kosten und dafür sind wir uns fix zu geizig. Wie kommen wir jetzt dorthin oder canceln wir gleich alles? Tja, ich bin ja mittlerweile offiziell Japan driving approved. hahaha Ein Mietwagen kostet mit Vollkasko keine 50 €, also nix wie her damit!
Nachdem wir das Auto-Thema geklärt hatten, sind wir zum Cape Zampa Leuchtturm aufgebrochen. Und zwar zu Fuß, durch die Pampa.





Man darf hier nicht wie in Thailand einfach munter durch die Strandabschnitte anderer Hotels latschen und teilweise geht es wegen Lavafelsen überhaupt nicht durch. Ich war aber stellenweise ehrlich ein bisschen schockiert, wie es hinter den schönen Kulissen aussieht. Neben manchen Straßen lagen regelrechte Müllhalden und sowas kenne ich aus Japan gar nicht. Ich vermute, dass manche Touristen hier echte Drecksäue sind. Auf öffentlichen Parkplätzen merkt man es auch besonders.

Aber gut, der Ort selbst war trotzdem sehr schön und auch die Strände, die wir besucht haben, waren richtig nett und sauber. Außerdem wird hier anscheinend ständig und überall geheiratet. Sogar bei unserem Hotel steht eine riiiiiiiesige weiße Wedding-Chapel. Ich vermute, westliche Hochzeiten sind bei jungen Japanern gerade unglaublich im Trend. Und sie lassen sich das ordentlich was kosten.


Zurück im Hotel gab es dann ein Blue Seal Eis (eh klar!) und einen Awamori. Für alle, die es nicht kennen: Awamori ist der traditionelle Schnaps von Okinawa, eine Art Reisdestillat, das ordentlich Wumms hat und sich nicht dafür entschuldigt. Es war fruchtig, frisch und leicht mit Pineapple Juice. Richtig süffig und wie Limonade. Puh, der hat mich dann allerdings gleich an der Hand genommen und ist mit mir spazieren gegangen. hahaha Nach der Hälfte des Glases hatte ich einen Lachflash, als hätte ich 4 g Gras geraucht. Wir haben dann noch gemütlich den Sonnenuntergang genossen und waren bis auf ein Glas Wein alkoholfrei Abendessen. Komischerweise mag ich plötzlich Tee. Das scheint auch irgendeine Alterserscheinung zu sein, weil früher hab ich das maximal während eines heftigen Männerschnupfens runter gebracht. haha

Das war es für heute.
Arigatou gozaimasu!

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