Heute begrüßte uns ein bewölkter Himmel und während des Frühstücks hat es sogar ein wenig zu regnen begonnen. Hier beim Hotel war das nur ganz kurz, aber es hat uns einen wunderbaren Regenbogen beschert, der wie gemalt über dem ruhigen und kristallklaren Meer hing.

Um 9 Uhr war vereinbart, dass wir unseren Mietwagen bekommen. Wir waren natürlich pünktlich um Punkt 9 beim Schalter, wo ein junger und extrem engagierter Japaner schon bereitstand und mit uns die Formalitäten erledigte. Es ging ratzfatz, weil ich ja mittlerweile offiziell „Japan-Driving-approved“ bin und die Quick-Einweisung völlig gereicht hat. Unser Auto war ein wunderbarer Suzuki K-Car. Diese eckigen Schachteln liebe ich einfach! Wenn es sowas bei uns gäbe, ich würde es mir sofort zulegen. Perfekt für meine enge Einfahrt. haha
Das Fahren selbst war absolut problemlos. Ich fuhr, wie Fritz meinte, „eh schon mit links“. Für die 68 Kilometer haben wir inklusive kurzer Lulupause satte zwei Stunden gebraucht. Maximal erlaubt waren 60 km/h, die meiste Zeit aber aufgrund von Baustellen auf 40 km/h reduziert. Man hat wirklich das Gefühl, das Auto wird von einer unsichtbaren Hand festgehalten. haha Diesmal hatten wir sogar einen Sticker am Auto, der auf einen ausländischen Fahrer hinweist. Ich habe aber heute tatsächlich zum ersten Mal hier einen Fahrer „Hu*renkind“ geschumpfen, aber wenn ich im 50er eh schon an die 70 fahre und einer hängt mir trotzdem im Kofferraum… da krieg ich innerlich einen Anfall, welcher dann halt mal kurz aus mir rausbricht. haha (Ich vermute ja, das war irgendein chinesischer Tourist.)



Trotzdem sind wir gut in Motobu beim Okinawa Churaumi Aquarium angekommen. Das Aquarium ist eines der größten Asiens und war früher sogar lange Zeit das zweitgrößte der Welt. Es liegt im Ocean Expo Park im Norden Okinawas, eingebettet in eine unglaublich schöne Meereslandschaft. Die Hauptattraktion ist der riesige Kuroshio-Tank, ein Becken mit über 7.500 Kubikmetern Wasser, in dem unter anderem ein Walhai lebt, das Wahrzeichen des Aquariums.
Die Panoramascheibe ist ein technisches Monster! Über 60 Zentimeter dickes Acryl, damit der Wasserdruck dieses Riesenbeckens überhaupt gehalten werden kann. Der Walhai dort ist wirklich beeindruckend, aber gleichzeitig hatte ich auch ein etwas mulmiges Gefühl, weil er so einsam seine Runden dreht. Die Diskussion über artgerechte Haltung ist auch hier präsent und ich verstehe beide Seiten.






Wir haben uns alles sehr genau angeschaut und waren auch draußen bei der Schildkrötenstation. In Motobu hat es auch geregnet, aber bei 25 Grad und Regenjacken fühlte es sich eher wie ein Dampfbad an. Zum Glück hat es schnell aufgehört und wir konnten die meiste Zeit ohne Jacken genießen.

Die Rückfahrt verlief dann wieder problemlos, bis wir zu einer Tankstelle wollten. Einmal falsch abgebogen und zack standen wir plötzlich auf einem Übungsplatz einer Fahrschule. Ich hab wirklich geglaubt, ich zudel mich an vor Lachen. hahahaha Ob ich zu früh abgebogen bin, oder Fritz seine Angaben zu unpräzise waren – ich weiß es nicht, aber egal – es war eine fetzen Gaudi. haha Danach haben wir die richtige Tankstelle gefunden, 1000 Yen bezahlt (also etwa 6 Euro) und sind dann entspannt zurück ins Hotel gegondelt. Insgesamt war es ein wunderbarer Ausflug und perfektes Wetter für ein Indoorprogramm.
Zurück im Hotel haben wir den Schlüssel abgegeben und sind noch in die Hotelbar gegangen. Fritz hat sich einen Tee gegönnt, ich einen Iced Coffee. Dazu gab es sogar für jeden ein Stück Kuchen. Meiner war Schokolade und vegan! In Japan eine absolute Rarität, also quasi ein kleines Wunder des Tages.

Wir haben heute Abend ein wenig im Zimmer gechillt und dann mussten wir feststellen, dass wir einen klassischen Anfängerfehler begangen hatten: Licht an, Türe offen! Schon hatten wir halb Okinawas Insektenbevölkerung als ungebetene Mitbewohner im Zimmer. Fliegen? Mücken? Alles dabei. Natürlich tippe ich sofort „Gibt es auf Okinawa Krankheiten durch Mückenstiche?“ in Google ein und natürlich spuckt es sofort Dinge wie Tigermücken, Denguefieber und sonstige Horrorbegriffe aus. Zwar alles extrem selten, aber wer mich kennt, weiß: Wenn es nur eine einzige Mücke gibt, die Dengue hätte, ich würde sie garantiert in meinem Zimmer vermuten. hahaha
Also bin ich zur Rezeption runter und wollte einen Mückenspray oder wenigstens so einen Gelsenstecker organisieren. Die freundliche Dame lächelte nur und meinte, das Personal kümmert sich darum. Und tatsächlich: Als wir vom Essen zurückkamen, stand ein junger Hotelangestellter in unserem Zimmer. Schwer bewaffnet mit einem Fangnetz und Klebestreifen, wie ein professioneller Insekten-Ninja. Er hat wirklich jedes einzelne Viecherl erledigt, sich danach kurz verbeugt und ich hab mich zurecht ein wenig geschämt. haha Ich hatte direkt ein schlechtes Gewissen, aber was soll ich sagen? Wenn ich mir einmal etwas einbilde, dann ziehe ich es leider durch. hahahaha
Wir packen jetzt unsere Rücksäcke zusammen und trinken unsere Kühlschrankresteln aus (wir haben noch zwei kleine Bier und einen kleinen Rest Sake), weil morgen Früh müssen wir weiterreisen. Morgen geht es von Okinawa nach Tokyo Haneda. Diesmal mit dem Flugzeug und die letzte Etappe von unserem Abenteuer. Dh. es wird ab morgen wieder kälter werden. Gerade richtig, damit wir uns stufenweise an die heimatlichen Temperaturen gewöhnen.

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